Erstellt am 31. März 2016, 12:22

von APA/Red

Burgenländische Arbeitnehmer unzufrieden. Die Zufriedenheit der burgenländischen Arbeitnehmer ist im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr "massiv" gesunken.

Frau mit Telefon im Büro  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Das geht aus dem Arbeitsklimaindex hervor, den die Arbeiterkammer Burgenland (AK) zum achten Mal regional erheben hat lassen. Der Indexwert war seit 2009 kontinuierlich angestiegen. 2014 war der Wert mit 115 Punkten am höchsten. 2015 waren es nur noch 108 Punkte, hieß es am Donnerstag.

In den vergangenen Jahren lag der burgenländische Index deutlich über dem Österreichwert, sagte AK-Burgenland-Präsident Alfred Schreiner. "Doch 2015 erfolgte ein dramatischer Einbruch bei der Zufriedenheit der burgenländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, während der österreichweite Indexwert gleich blieb (106 Punkte, Anm.). Im Burgenland ist der Druck am Arbeitsmarkt besonders groß, die Einkommen sinken. Die Situation für die Beschäftigten wird immer schwieriger." Das drücke sich im aktuellen Ergebnis aus, so Schreiner bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Ursache: Wirtschaftspessimismus

Die Rückgänge des Arbeitsklimaindexes im Burgenland werden laut Projektleiter Georg Michenthaler vom IFES-Instiut maßgeblich durch den steigenden Wirtschaftspessimismus verursacht. Auch die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit wirken sich negativ auf die Stimmung der heimischen Arbeitnehmer aus. Das zeige sich besonders, wenn es um die Einschätzung der Chancen auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz gehe, sollte der eigene verloren gehen. Knapp drei Viertel rechnen sich im Fall des Falles nur geringe Chancen für eine adäquate Arbeitsstelle aus. Auch Maturanten und Akademiker seien inzwischen mehrheitlich pessimistisch.

Die AK fordert anlässlich des Ergebnisses, den Andrang auf den Arbeitsmarkt zu reglementieren, da die Arbeitsmarktprobleme im Burgenland die Folge eines Überangebotes an Arbeitskräften seien. Ursache dafür ist laut Schreiner die innereuropäische Arbeitsmigration. Außerdem müsse es laut dem AK-Präsidenten eine "gesellschaftliche Verpflichtung" sein, in erster Linie in Österreich arbeitslos gemeldete Menschen einzustellen.

Für die Arbeitsklima-Studie wurden von Februar bis Dezember 2015 in vier Erhebungswellen 523 Arbeitnehmer im Burgenland befragt. Österreichweit wurden 4.784 Personen befragt.