Erstellt am 01. Oktober 2011, 14:12

Arbeitslosigkeit: Anstieg bei Frauen höher. Die Arbeitslosigkeit hat im September bei Frauen um 2,7 Prozent (2.760) auf 104.567 zugelegt, bei Männern machte der Anstieg 1,1 Prozent (1.280) auf 113.640 aus.

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Unter Berücksichtigung der rückläufigen Schulungen gab es bei Frauen eine geringfügige Abnahme der Jobsuchenden um 422 Personen, bei Männern eine deutliche Abnahme um 3.101. Bei Jugendlichen gab es mit 37.849 um 242 mehr arbeitslos gemeldete aber um 2.191 weniger Schulungsteilnehmer, damit in Summe um 1.949 weniger Jobsuchende.

Auch die Differenz zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen ("Lehrstellenlücke") ging zurück und erreichte mit 2.044 den geringsten Wert seit zehn Jahren, wie das Sozialministerium mitteilte. 7.035 Lehrstellensuchenden standen 4.991 offene Lehrstellen gegenüber. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 7,9 Prozent, was der zweitbeste Wert in der EU ist.

Ausländer sind von der steigenden Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich stark betroffen, hier gab es einen Anstieg um 9,3 Prozent (3.775) auf 44.415. Auch bei Menschen über 50 wie bei behinderten Personen lag der Zuwachs der Arbeitslosigkeit mit 5,7 Prozent überdurchschnittlich hoch. Damit waren im September 46.604 ältere Menschen und 6.023 Behinderte arbeitslos gemeldet. Dafür gab es einen Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen von 21,4 Prozent auf 4.557. Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ging um einen Tag auf 94 Tage zurück.

In Niederösterreich (- 1,2%), Oberösterreich (-2,5%) und Vorarlberg (- 14,5%) ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken. In der Steiermark (+ 2,0 %) und in Tirol (+ 0,7 %) wurde der Anstieg der Arbeitslosigkeit noch von rückläufigen Schulungen kompensiert, im Burgenland (+ 4,5 %), Kärnten (+ 3,7 %), Salzburg (+1,2 %) und Wien (+6,7 %) gab es deutliche Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit.

Von den Branchen her sticht der Anstieg der Arbeitslosen bei der Leiharbeit um 11,1 Prozent ins Auge. Allerdings sei auch die Zahl der bei Leiharbeitsfirmen Beschäftigten um 10.3 Prozent (8.620) gestiegen, "sodass auch bei der Leiharbeit kein Beschäftigungseinbruch stattfindet sondern nur eine Abschwächung des raschen Wachstums", heißt es in der Aussendung des Ministeriums. In der Industrie ist die Arbeitslosigkeit mit 8,2 Prozent sehr deutlich gefallen, im Tourismus mit 1,9 Prozent schwach. Im Bau (+2,3%), Handel (+0,4%) und Gesundheits- und Sozialwesen (+4,2%) gab es Zuwächse.

Nach dem August, als es erstmals nach 17 Monaten mit Rückgängen wieder einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben hat (um 849), ist dies der zweite Monat in Folge mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Nach österreichischer Berechnung ist die Arbeitslosenquote mit 5,9 Prozent unverändert geblieben. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg um 64.000 (1,9 Prozent) auf 3.484.000, die der unselbstständig aktiv Beschäftigten um 68.000 (2 Prozent) auf 3.387.000. Die Zahl der unselbstständig beschäftigten Ältere (über 50 Jahre) legte um 36.000 (5,3 Prozent) auf 715.000 zu. Damit lag die Arbeitslosenquote Ältere nach nationaler Definition unverändert bei 6,1 Prozent.