Erstellt am 01. April 2011, 09:50

Arbeitslosigkeit ging im März um 5,2% zurück. Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist weiterhin rückläufig - nun bereits zum 13. Mal in Folge. Im März waren 252.587 Menschen arbeitslos gemeldet, das ist ein Minus von 5,2 Prozent bzw. 13.733 Personen.

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 Mit 69.515 Personen waren auch deutlich weniger Stellensuchende in Schulungen (-17,3 Prozent). Wie üblich profitierten nicht alle gleichermaßen von der Erholung des Arbeitsmarktes. Männern kam der Aufschwung in der Industrie und am Bau zugute, bei Frauen hingegen stieg die Arbeitslosigkeit, waren doch im Tourismus sowie im Sozial- und Gesundheitswesen signifikant mehr Menschen ohne Job. Auch Ältere haben es am Arbeitsmarkt nicht leicht, der Ruf nach geeigneten Schulungen wird wieder laut.

Insgesamt waren im März 322.102 Österreicher ohne Job. Die nationale Arbeitslosenquote belief sich Ende März auf 6,9 Prozent, nach EU-Definition waren es 4,3 Prozent. Im Februar ist Österreich gemessen an der Arbeitslosenquote in der EU-27 mit 4,8 Prozent auf Platz drei zurückgefallen. Die niedrigsten Arbeitslosenraten hatten laut Eurostat die Niederlande (4,3 Prozent) und Luxemburg (4,5 Prozent).

Während im März die österreichische Arbeitslosigkeit in der Industrie (-23,8 Prozent) und am Bau (-19,6 Prozent) stark zurückging, stieg sie im Dienstleistungssektor. Ein besonders hoher Anstieg von 10,5 Prozent war im Tourismus zu verzeichnen, laut Sozialministerium rührt dies vom negativen "Ostereffekt": Voriges Jahr nämlich fiel der Monatswechsel in die Karwoche, was die Geschäfte im Tourismus ankurbelte. Schlechte Nachrichten gibt es auch für das als krisensicher gepriesene Gesundheits- und Sozialwesen, in dem die Arbeitslosigkeit im März um 6,9 Prozent zulegte.

Dementsprechend gab es im März auch große Geschlechterunterschiede: Die Männerarbeitslosigkeit ist um 10,1 Prozent zurückgegangen, jene der Frauen hat hingegen um 2,6 Prozent angezogen. vida-Vorsitzender Rudolf Kaske forderte daher das Arbeitsmarktservice (AMS) auf, verstärkt Maßnahmen zur Qualifizierung von arbeitslosen Frauen zu setzen.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im März stark um 7,5 Prozent auf 38.377 geschrumpft. Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist um 2,9 Prozent gestiegen, die sogenannte Lehrstellenlücke hat sich aber verkleinert. Am schwierigsten hatten es Wiener und und niederösterreichische Heranwachsende, einen Ausbildungsplatz zu finden. In diesen Bundesländern ist die Anzahl der Lehrstellensuchenden um 11,3 bzw. 10,2 Prozent gestiegen. Bei der Zahl der offenen Lehrstellen stach Tirol heraus, wo um 18,2 Prozent weniger Ausbildungsstätten zur Verfügung standen.

Ältere Arbeitnehmer tun sich bei der Jobsuche nach wie vor schwer. Die Arbeitslosigkeit bei den Über-50-Jährigen ist im Jahresvergleich nur um 0,3 Prozent zurückgegangen, was etwa Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel Sorgen macht, denn die Betriebe stellten sich schon jetzt nicht auf ältere Arbeitnehmer ein. "Die Lage wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Die erwerbsfähige Bevölkerung über 50 Jahre wird bis 2015 von knapp 840.000 (2010) auf über eine Million ansteigen", warnte er.

Nach Bundesländern betrachtet bleibt Wien das Sorgenkind des Arbeitsmarktes. In der Bundeshauptstadt ist die Arbeitslosigkeit im März um 8,5 Prozent gestiegen, dafür ging die Zahl der Schulungen um 26 Prozent zurück. Wegen der anziehenden Konjunktur hat das Wiener AMS sein Weiterbildungsangebot zurückgefahren.

   Negativ entwickelte sich auch Tirol mit einem Arbeitslosigkeitszuwachs von 4,1 Prozent. In allen anderen Bundesländern ging die Arbeitslosigkeit zurück. Die Zahl der offenen Stellen hat sich österreichweit um 16,4 Prozent erhöht, besonders stark in Kärnten (+51,7 Prozent).

   Laut Rudolf Hundstorfer (S) läuft die Arbeitsmarktentwicklung derzeit weit besser als prognostiziert, ÖVP-Wirtschaftssprecher Konrad Steindl sieht in den März-Daten einen "deutlichen Beweis" für den momentanen Wirtschaftsaufschwung. Kritik kam hingegen von den Grünen: Viele hätten zwar eine Arbeit, könnten aber kaum davon leben, ein gesetzlicher Mindestlohn müsse her. Aus Sicht von BZÖ-Wirtschaftssprecher Robert Lugar hat sich die Regierung den Rückgang der Arbeitslosigkeit teuer erkauft, über die nun steigende Inflation würden die Menschen künftig noch mehr zur Kasse gebeten.