Erstellt am 01. April 2014, 09:34

Arbeitslosigkeit im März weiter gestiegen. Die Arbeitslosigkeit hat im März erneut zugenommen. Die Zahl der beim AMS vorgemerkten Arbeitslosen stieg um 10,0 Prozent auf 319.175 Personen.

In Österreich gab es im März mehr Arbeitsplätze, aber auch mehr Arbeitslose: Zu Monatsende wurden - im Vorjahresvergleich - um rund 25.000 mehr Beschäftigte verzeichnet, aber auch die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen stieg um 29.130 Personen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sieht eine "leichte Frühjahrserholung" am Arbeitsmarkt, die Arbeitslosigkeit werde heuer aber weiter steigen.

83.148 Personen (+9,1 Prozent) besuchten Schulungen. Insgesamt waren Ende März 402.323 Personen ohne Job, um 9,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote (nationale Definition) lag laut Prognose des Sozialministeriums bei 8,4 Prozent. 

Frauen, Ausländer und Generation 50+ besonders betroffen

Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen (+16,0 Prozent), Ausländern (+20,5 Prozent) und Älteren ab 50 Jahren (+20,1 Prozent). In allen Bundesländern wurden mehr Arbeitslose (ohne Schulungen) gemeldet, der geringste prozentuelle Zuwachs war in Kärnten zu verzeichnen (+0,5 Prozent), der höchste in Tirol (+27,6 Prozent).

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung legte im März um 0,7 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent zu. Im "Rekordjahr" 1953 lag die Quote mit 8,7 Prozent noch höher.

Der österreichische Arbeitsmarkt sei "noch ein gutes Stück von einer anhaltenden Erholung entfernt", konstatiert Hundstorfer am Dienstag in einer Aussendung. Demnach gebe es zwar eine leichte Konjunkturerholung, das Wirtschaftswachstum müsste 2014 aber deutlich höher ausfallen, um - aufgrund des regen Zuwachses des Arbeitskräfteangebotes - die Zahl der Arbeitslosen nachhaltig zu senken. "Wir müssen auch heuer noch mit steigenden Arbeitslosenzahlen rechnen. Allerdings dürfte zumindest die Zeit der zweistelligen Zunahmen nunmehr vorüber sein."

Weniger offenen Lehrstellen

Gegenüber dem Vormonat sank die Zahl der Arbeitssuchenden im März um fast 39.000 Personen. Erfreulich ist für das Sozialministerium auch die Trendwende bei den Jobangeboten: Erstmals seit Juli 2011 sei der Bestand an gemeldeten offenen Stellen mit 2,4 Prozent wieder gestiegen. In der Arbeitskräfteüberlassung, ein Frühindikator der Konjunktur, nahm die Zahl der Stellen um 14,5 Prozent zu. Die offenen Lehrstellen gingen allerdings um 3,9 Prozent zurück.

Gegliedert nach Branchen waren am Bau - wohl auch wegen des milden Wetters - um 11,4 Prozent weniger Arbeitslose als im Vorjahr gemeldet, im Tourismus gab es mit 26,8 Prozent den kräftigsten Anstieg. Auch im Handel zog die Arbeitslosigkeit um 13,5 Prozent deutlich an, in der Warenproduktion nahm sie um 7,6 Prozent zu.

Regional gesehen waren mehr als ein Drittel der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer, nämlich 136.883 Personen, in Wien. Der prozentuell stärkste Zuwachs bei Schulungen wurde in Tirol mit +19,8 Prozent gemeldet, vor Kärnten mit +17,8 Prozent. Weniger offene Stellen als im Vorjahr gab es im Burgenland, in der Steiermark, in Tirol und in Vorarlberg.

Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Tourismus

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im März ist heuer durch den späteren Ostertermin etwas nach oben verzerrt, so das Sozialministerium. 2013 war der 31. März der Ostersonntag, damit waren zu diesem Zeitpunkt besonders viele Personen in den Freizeitbranchen beschäftigt. Ein Gutteil des jetzigen Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Tourismus, aber auch teilweise im Handel sei auf den "Ostereffekt" zurückzuführen, der besonders das Plus bei der Frauenarbeitslosigkeit teilweise erkläre. Am stärksten stieg die Arbeitslosigkeit bei Personen mit Behinderungen, nämlich um 29,4 Prozent.

Im EU-Vergleich liegt Österreich weiterhin bei der Gesamtarbeitslosenquote mit 4,8 Prozent an erster Stelle, knapp vor Deutschland mit 5,0 Prozent. Im Schnitt der 28 EU-Länder liegt die Quote bei 10,8 Prozent, am schlechtesten ist die Arbeitsmarktlage in Kroatien (18,8 Prozent), Spanien (25,8 Prozent) und Griechenland (27,5 Prozent). Bei der Jugendarbeitslosigkeit rangiert Österreich mit 9,4 Prozent im EU-Vergleich an zweiter Stelle hinter Deutschland mit 7,6 Prozent. Am höchsten ist die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien mit 54,6 Prozent und in Griechenland mit 58,3 Prozent.