Erstellt am 02. Dezember 2013, 10:38

Arbeitslosigkeit stieg um 10,8 Prozent. Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im November erneut kräftig angestiegen.

Im Vergleich zum Vorjahr waren um 10,8 Prozent mehr Personen ohne Job, Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet also 381.582 Personen (+37.061). Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition legte um 0,7 Prozentpunkte auf 8 Prozent zu.

Ende November gab es 301.898 vorgemerkte Arbeitslose, das waren um 11,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Schulungsteilnehmer beim AMS stieg um 7,6 Prozent auf 79.684 Personen, teilte das Arbeits- und Sozialministerium am Montag in einer Aussendung mit.

Höchste Arbeitslosenrate in Griechenland 

Nach EU-Berechnung belief sich die heimische Arbeitslosenquote im Oktober - das ist der aktuellste verfügbare Wert - auf 4,8 Prozent. Österreich hat damit weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU, gefolgt von Deutschland mit 5,2 Prozent und Luxemburg mit 5,9 Prozent. In den 28 EU-Staaten betrug die Arbeitslosenquote im Oktober im Schnitt 10,9 Prozent. Die höchste Arbeitslosenrate wurde in Griechenland mit 27,3 Prozent und in Spanien mit 26,7 Prozent registriert.

Trotz schwacher Wirtschaftsentwicklung ist die Beschäftigung in Österreich im Oktober weiterhin gestiegen. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten erhöhte sich per Ende November laut einer vorläufigen Prognose um 18.000 Personen (+0,5 Prozent) auf 3,391 Millionen. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen ist um 715 (-2,8 Prozent) auf 24.739 zurückgegangen.

Starker Anstieg am Bau und im Handel

Der stärksten prozentuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit im November wurde im Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Plus von 16,8 Prozent auf 7.681 Arbeitslose verzeichnet. Die Alpine-, Niedermeyer und dayli-Pleite belastet weiterhin den Arbeitsmarkt: Im Bausektor stieg per Ende November die Zahl der Arbeitslosen um 14,9 Prozent auf 24.696 und im Handel um 13,6 Prozent auf 42.976.

Absolut gesehen gab es die meisten Beschäftigungslosen in der Tourismusbranche mit 55.238 (+7,6 Prozent). Bei der Herstellung von Waren wurde ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen von 11,9 Prozent auf 24.466 Betroffene und bei der Arbeitskräfteüberlassung ein Zuwachs von 7 Prozent auf 30.892 Personen verzeichnet. "Der exportabhängige warenproduzierende Bereich leidet nach wie vor unter der internationalen Wirtschaftsflaute und auch in der Bauwirtschaft nimmt die Beschäftigung nicht zuletzt aufgrund des nun schon recht spürbaren Winters noch leicht ab", betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Montag in einer Aussendung.

Stärkerer Anstieg der Männerarbeitslosigkeit

Bei der Kurzarbeit gab es im November laut Sozialministerium noch wenige Veränderungen. 22 Betriebe würden derzeit auf konjunkturbedingt verkürzte Arbeitszeit setzen, insgesamt 2.184 Personen wurden zur Kurzarbeit angemeldet.

Erneut erhöhte sich die Männerarbeitslosigkeit im November stärker als jene der Frauen. Von den vorgemerkten 301.898 Beschäftigungslosen waren 165.558 Männer (+12,6 Prozent) und 136.340 Frauen (+10,5 Prozent). Der stärkste Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde erneut bei behinderten Personen (+25,3 Prozent) und bei älteren Arbeitnehmern ab 50 Jahren (+22,8 Prozent) verzeichnet. Aufgrund der starken Geburtenjahrgänge der "Babyboomer-Generation", die zum Großteil nun älter als 50 Jahre seien und nach und nach länger im Arbeitsleben verbleiben würden, steige in dieser Altersgruppe das Arbeitskräfteangebot besonders stark an, so das Sozialministerium.

Die schwache Wirtschaftsentwicklung hat die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen per Ende November am stärksten im Industriebundesland Oberösterreich (+17,4 Prozent) ansteigen lassen, gefolgt vom Burgenland (+14,1 Prozent) und Niederösterreich (+13,1 Prozent). Die geringste Zunahme wurde in Vorarlberg (+7,1 Prozent), Salzburg (+7,5 Prozent) und Tirol (+9,7 Prozent) verzeichnet. Die Anzahl der Schulungsteilnehmer stieg am stärksten in Wien (+13,2 Prozent), Salzburg (+12,6 Prozent) und Tirol (+12,3 Prozent).