Erstellt am 07. September 2016, 06:37

von Gunther Graf

„Euro-Jobs“ für Flüchtlinge unter der Lupe. Arbeiterkammer will keine Sonderregelung für Asylwerber. Wirtschaftskammer fordert Unterstützung für Betriebe.

Symbolbild  |  NOEN, © Alexandra Gruber

Eine klare Absage zu Ein-Euro-Jobs kommt von AK-Burgenland-Präsident Alfred Schreiner: „Wir wollen kein Aushebeln von Kollektivvertragslöhnen durch staatlich angeordnetes Lohndumping.“

Für Menschen mit Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt – auch für anerkannte Asylberechtigte – müsse das Arbeits- und Sozialrecht gelten. Mit Ein-Euro-Jobs würde zusätzliche Arbeitslosigkeit produziert, so Schreiner.

Derzeit können zugelassene Asylwerber im Zuge gemeinnütziger Tätigkeit für Land, Bund oder Gemeinden sowie direkt in der Asyl-Unterkunft arbeiten. Die AK fordert zudem Sprachkurse und Ausbildungsmaßnahmen. Auch die Wirtschaft sei gefordert, ausreichend bezahlte Praktikumsplätze anzubieten. „Das oberste Ziel muss sein, dass Asylberechtigte von ihrer Arbeit leben können“, fasst Schreiner zusammen.

„Arbeitsrhythmus“, aber zu wenig Ausbildung

Josef Stiglitz von der Wirtschaftskammer Burgenland erläutert, dass Asylwerber vorwiegend in den Kommunen beschäftigt werden. Das Problem seien mangelnde Sprachkenntnisse und Ausbildung, doch die Asylwerber gewöhnen sich an einen Arbeitsrhythmus, was der Integration diene. Im normalen Arbeitsprozess gelten die Kollektivverträge, doch sollte der Zugang zu Lehrstellen verbessert werden.

Betriebe, die in Zukunft Asylwerber beschäftigen, benötigen aufgrund des Mehraufwandes bei der Ausbildung entsprechende Integrationsprämien. Ein weiteres Problem am Arbeitsmarkt stelle auch die derzeitige Höhe der Mindestsicherung dar, weil Menschen durch die Bezugshöhe nicht zur Aufnahme einer Beschäftigung animiert würden, so Stiglitz.