Erstellt am 23. August 2012, 10:32

ARBÖ stellt 10 Fragen an Berlakovich zu E10. Der ARBÖ erhöht den Druck gegen den Agrotreibstoff E10. Zusätzlich zu der seit längerem laufenden Unterschriftenaktion gegen den Benzin mit zehn Prozent Ethanolanteil hat der Klub am Donnerstag zehn Fragen an Umweltminister Berlakovich gestellt.

Klar sei: "In Österreich gibt es keinen Grund, voreilig und unvorbereitet E10 einzuführen", betonte ARBÖ-Generalsekretärin Lydia Ninz. So will der ARBÖ wissen, wie sichergestellt wird, dass E10 nicht mehr kostet als fossiler Treibstoff. "Da die Finanzministerin (Maria Fekter, Anm.) in Österreich keine Steuervorteile für E10 springen lässt und Ethanol aufgrund der Missernten bei Mais sich weltweit extrem verteuert hat, kann E10 derzeit gar nicht günstiger angeboten werden. Um E10 trotzdem preislich attraktiv zu machen, ist eine saftige Verteuerung bei den anderen Spritsorten zu befürchten. Das kommt für uns schon überhaupt nicht in Frage," betont Ninz.

Bei der Agrana, die das Ethanol für E10 liefern soll, hat man sich anscheinend schon damit abgefunden, dass E10 nicht so kommt wie von Berlakovich geplant. Der Minister will gegen den Widerstand von ÖAMTC, ARBÖ, Mineralölindustrie, Opposition, Menschenrechtsaktivisten und Umweltschützern heuer am 1. Oktober schrittweise mit der Einführung von E10 beginnen. Agrana-Chef Johann Marihart dazu im "WirtschaftsBlatt": "Bei der österreichischen Politik ist gar nichts verlässlich. Das Papier muss von vier Ministern unterschrieben werden. Aber ehrlich, wir verkaufen unseren Alkohol auch so. Der Vorteil für uns wäre, dass wir an die OMV verkaufen könnten und uns dadurch Frachtkosten ersparen."

Dass die Agrana bei der Ethanolproduktion eine Monopolstellung hat, sieht Marihart nicht so. "Die OMV ist nicht gezwungen bei uns zu kaufen", so der Agrana-Boss.