Erstellt am 28. März 2012, 13:20

Asfinag: Winterdienst 2011/12 kostete rund 35 Millionen Euro. Im Winter 2011/12 wurden insgesamt 80.300 Tonnen Salz und Sole auf österreichische Autobahnen und Schnellstraßen gestreut, zog Asfinag-Geschäftsführer Josef Fiala bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Wien Bilanz.

Insgesamt habe der Winterdienst - dazu gehört auch das Personal - rund 35 Millionen Euro gekostet. Für die Asfinag endet dieser Dienst am 31. März, im Westen sei man aber weiterhin einsatzbereit, so Fiala.
 
Von einer "österreichweiten Schneelage" kann man 2011/12 nicht sprechen, sagte Fiala, die Verhältnisse seien sehr unterschiedlich gewesen. Im November und Dezember habe es auf den rund 750 Streckenkilometern in Wien, Niederösterreich und im Burgenland zum Beispiel keinen einzigen Winterdiensteinsatz gegeben. "Schneefallvolleinsätze" habe es nur an acht Tagen gegeben, an vielen anderen Tagen aber sei eine Präventivstreuung notwendig gewesen. Diese richtig einzusetzen, "ist die Kunst", sagte Fiala, denn "wenn man erst bei Schneefall mit dem Streuen beginnen würde, wäre man zu spät dran". In Ostösterreich kamen insgesamt rund 16.500 Tonnen Salz und Sole zum Einsatz.
 
Um den Winterdienst zu verbessern, hat die Asfinag Räumrouten verkürzt und interne Abläufe wie zum Beispiel die Verständigung optimiert. Auch bauliche Maßnahmen seien ergriffen worden, sagte Fiala, so seien zum Beispiel Umkehrmöglichkeiten für Bergefahrzeuge errichtet worden. Überhaupt habe man das Bergekonzept im Osten verändert. Das hat man sich "von den Kollegen am Brenner abgeschaut": Bei Schneefall werden drei Bergefahrzeuge an die Strecke gebracht. "Wenn es einen Unfall gibt, ist es nämlich am wichtigsten, ihn so schnell wie möglich zu beheben."
 
Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen und die rasche Information der Autofahrer, etwa via Radio. Das gute Ereignismanagement, aber auch andere Faktoren - etwa die Eröffnung der zweiten Röhre des Tauerntunnels - hätten dazu geführt, dass die "Verkehrsverzögerungen" 2011 um 10 Prozent zurückgegangen sind, sagte Fiala. Als Verkehrsverzögerung gilt es, wenn eine Fahrt eine "mehr als 50 Prozent längere Reisezeit" hat, erklärte er.
 
Die erste Saison hinter sich hat auch der sogenannte "Fire Storm", getestet wurde diese Flüssigstreuung auf der A 21. Dieses "High-Tech-Gerät" mischt Kalziumflocken und Wasser in einem Tank und gibt die Mischung mit 50 Grad Celsius auf die Fahrbahn ab. Die Aufbereitung des Konzentrats dauert 40 Minuten, nach rund 20 Minuten wirkt es auf der Fahrbahn. "Vor allem, wenn es schon zu Verkrustungen gekommen ist, kann der Schnee so in kurzer Zeit aufgetaut werden", sagte Fiala. Er bezeichnete das Gerät allerdings als "sehr teuer". Inklusive Lkw, auf dem der Tank angebracht ist, koste es mehr als 300.000 Euro. "Für neuralgische Punkte scheint es aber eine gute Investition zu sein", zeigte er sich überzeugt. Derzeit befinde man sich in einer Testphase, die auch die TU Wien begleitet.