Erstellt am 01. Dezember 2011, 18:00

AUA bekommt neues Sparpaket. Die Austrian Airlines braucht ein neues Sparpaket. Darauf hat die Lufthansa-Spitze die AUA-Belegschaft diese Woche in Wien eingestellt.

Ein AUA-Sprecher bestätigte am Donnerstagnachmittag, "dass Maßnahmen erarbeitet werden, mit denen wir sicherstellen wollen, dass wir 2012 das Ziel eines operativen Ergebnisses erreichen". Welche Schritte das sind, sei im wesentlichen noch offen.

Die AUA bleibt heuer jedenfalls weiter in der Verlustzone. Die "Presse" berichtet in ihrer Freitagausgabe, dass die österreichische Fluglinie von der Mutter Lufthansa keinen Cent bekommt und die Rückkehr in die Gewinnzone aus eigener Kraft schaffen wird. Die neue Wirtschaftskrise, die anhaltenden Unruhen in arabischen Ländern, der hohe Ölpreis und der Preisdruck belasten die Fluglinie sehr.

Die 100 Mio. Euro, welche die AUA heuer einsparen wollte, sind zu wenig. Hoffnung auf frisches Geld von der Mutter Lufthansa erteilte Konzernchef Franz bei seinem Besuch am Montag in Wien eine deutliche Abfuhr - weshalb sein Statthalter, AUA-Aufsichtspräsident Stefan Lauer, im Aufsichtsrat gestern über die Alternative keinen Zweifel ließ: Die AUA müsse ein neues, substanzielles Sparpaket schnüren.

Obwohl der neue AUA-Chef Details jetzt erarbeite, sei schon klar, dass alle Bereiche - vom Personal über Arbeitsprozesse bis zum Streckennetz - betroffen sein würden. Der "Presse" zufolge stünden Gehaltsverzicht, Kurzarbeit und Teilzeitmodelle genauso im Raum wie längere Arbeitszeiten. Franz hatte erst vor kurzem für die Lufthansa-Gruppe erklärt, auf Dauer seien 38,5 Stunden pro Woche zu wenig. Auch ein weiterer Personalabbau scheint bei der AUA nicht mehr ausgeschlossen. Mit Widerstand vom Betriebsrat ist angesichts der bisherigen Personalsparpakete zu rechnen.

In einem Brief an die AUA-Mitarbeiter schreibt die Airline-Spitze, "die volkswirtschaftlichen Annahmen, von denen wir noch im September ausgehen konnten, gelten nicht mehr. Wir werden daher nun eine neue Planung entwickeln - mit konkreten Maßnahmen auf der Kosten- und Erlösseite." Man habe in den vergangenen zwei Jahren viel geschafft, das reiche aber nicht aus.