Erstellt am 03. März 2012, 12:16

AUA-Belegschaft verhandelt anstatt zu streiken. In der AUA wird weiter verhandelt und nicht gestreikt. Der Betriebsrat Bord erhielt in der gestrigen Informationsveranstaltung die volle Unterstützung für weitere Gespräche, sagte Bord-Betriebsrat Karl Minhard am Samstag.

"Witzig ist die Situation nicht", so Minhard, aber die Belegschaft verhalte sich vorerst abwartend. Die nächsten Verhandlungen seien für Montag geplant.

Das AUA-Management hat einseitig den Kollektivvertrag gekündigt und wünscht sich einen Umstieg auf den deutlich günstigeren Kollektivvertrag der Regionalflugtochter Tyrolean. Scharf weist Minhard Gerüchte um eine "Neugründung" der AUA auf Basis der Tyrolean zurück. Einerseits sei dies juristisch nicht so einfach und würde auch die Tochter Tyrolean treffen, auch sei die AUA nicht konkursgefährdet und habe genug Liquidität.

Andererseits würden solche Spekulationen der AUA massiv schaden: "So kauft keiner ein Ticket mehr", warnt Minhard. Wenn von der AUA-Mutter Lufthansa solche Ideen ventiliert würden, "könnte das Verhandlungstaktik sein, das ist aber für die AUA ganz kontraproduktiv". Die "Süddeutsche Zeitung" hatte geschrieben, in der AUA-Mutter Lufthansa gebe es Überlegungen, die AUA "fallen zu lassen" und auf Basis der Tyrolean neu zu gründen.

Davon will man offiziell aber nichts wissen. AUA-Sprecher Peter Thier im "Kurier": "Plan A ist eine Reform des AUA-KV, Plan B ein Betriebsübergang in die Tyrolean." Das Insolvenz-Szenario aus der Süddeutschen sei kein Plan. AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer betont in einer Aussendung lapidar, man arbeite an einer nachhaltigen Zukunft der AUA.

Auch der Betriebsrat-Bord der Tyrolean weist solche Spekulationen zurück. Eine Umgründung wäre "sehr gefährlich", so Sprecherin Alexandra Patzal am Samstag zur APA. Auch wäre dies das erste Mal, dass die Lufthansa eine Tochter in die Insolvenz schicken würde, betont sie: Die Swissair sei Jahre bevor sie von der Lufthansa übernommen wurde schon in die Insolvenz geschlittert und auch in Belgien habe die Lufthansa nicht die einstig marode Sabena, sondern erst die nach der Sabena-Insolvenz frisch aufgestellte Brussels Airlines gekauft. Patzal betont, dass es in der Tyrolean keine Überlegungen gibt, den Kollektivvertrag zu kündigen.