Erstellt am 04. Juni 2012, 12:40

AUA-Betriebsrat bezweifelt reibungslosen Betrieb. Der AUA-Bordbetriebsrat bezweifelt nach dem Abgang von 120 Piloten und 221 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern, dass der Flugbetrieb im Sommer ohne Einschränkungen durchgeführt werden kann, wie das der AUA-Vorstand propagiert hat.

Betriebsratsvorsitzender Minhard berichtete am Montag auch von Gerüchten, dass die AUA Betroffene anrufe und frage, ob sie die Kündigung nicht zurücknehmen wollten.Für den Betriebsrat sind jedenfalls schon jetzt alle Argumentationen widerlegt, die AUA hätte zu viele Piloten. Man habe auch im Management offensichtlich erheblichen Bedarf ausgemacht, um einen reibungslosen Betrieb aufrechterhalten zu können. So einfach gehe das auch nicht mit der Umschulung, meint Minhard. "Es sind fast 50 Prozent der Kapitäne auf der Triple Seven (Boeing 777) weggegangen. Da soll man uns sagen, wie soll das gehen?"

Die Belegschaft sei verunsichert und angespeist. "Der Vorstand hat enorme Arbeit zu leisten, um da wieder eine positive Stimmung reinzubringen", sagte Minhard. Wer meine, in fünf Jahren sei alles vergessen, der täusche sich auch.

Den Abgang von jetzt einmal 341 Mitarbeitern von Bord ihrer Flugzeuge will die AUA bis Jahresende ohne Neuaufnahmen wegstecken. Für die Vorbereitung für nächsten Sommer brauche man dann neue Piloten und Flugbegleiter. "Wir werden nächstes Jahr wieder neue Mitarbeiter anstellen", hatte die AUA gestern erklärt. Heuer in den verkehrsstarken Monaten Juli und August werde man mehr Tyrolean-Leute einsetzen können, da wurde schon die Teilzeit aufgelöst, Tyrolean-Piloten werden auf AUA-Maschinen umgeschult. Ausgebildete Piloten in anderen Funktionen bei der AUA sollen ebenfalls wieder Flugzeuge steuern. Schließlich will man auch mit Hilfe von Lufthansa-Crews samt Lufthansa-Flugzeugen drohende Ausfälle kompensieren.