Erstellt am 25. Mai 2012, 14:44

AUA-Betriebsrat gibt Piloten Signal zu bleiben. Bei der AUA kommt es zu weiteren Piloten-Abgängen, die sich dem umstrittenen Betriebsübergang auf Tyrolean verweigern. AUA-Bord-Betriebsratschef Karl Minhard gab am Freitag seinen Verbleib als Pilot und als Belegschaftsvertreter bekannt.

Seit Feitag ist aber keine Rede mehr von 200 oder 300 Austritten, die den Flugbetrieb in den nächsten Wochen ins Chaos gestürzt hätten. Das sei ein Signal auch für andere Piloten gewesen, sagte Minhard vor Journalisten nach der entscheidenden Betriebsversammlung. Auch sein "Co" Wolfgang Widmann bleibt. Minhard sagte, er habe seine Pilotenkollegen zwar zu nichts aufgerufen. Aber einige hätten ihm und seinen Betriebsratskollegen erklärt, sie blieben nur deshalb an Bord, "weil ihr auch bleibt".

"Wären wir gegangen, wäre der Kollaps perfekt gewesen", ist Minhard überzeugt. Man habe damit Augenmaß bewiesen. Jetzt will er Signale vom Vorstand, sprich neue Verhandlungen. Seit letztem Freitag habe er kein Gespräch mit dem Vorstandschef gehabt, sagte der Betriebsratschef. Die AUA erhofft sich mit der Zwangsauslagerung der AUA-Bordleute auf den billigeren Tyrolean-Flugbetrieb maßgebliche Einsparungen.

Mit Donnerstag seien es 80 Piloten und 170 Flugbegleiterinnen, die das Unternehmen wegen des Übergangs verlassen. 43 der 80 Piloten hatten schon davor einvernehmlich den Abschied bekannt gegeben. Bis Ende Mai, bis zum Ende der mit dem Übergang verbundenen Kündigungsfristen, dürften zwar noch einige dazu kommen. Anderseits habe die persönliche Entscheidung der führenden Belegschaftsvertreter viele andere bewogen, an Bord zu bleiben.

Von 17 Bord-Betriebsratsmitgliedern wählten zwei Piloten den Abgang. Den Weg in die Pension wählen dürfte der frühere Bordbetriebsrat Rudolf Nowak. Von ihm ist bekannt, dass er den umstrittenen Betriebsübergang auf Tyrolean auf keinen Fall mitmachen will. Bei allen anderen betroffenen Mitarbeitern wird man es am 29. Mai wissen.