Erstellt am 22. August 2011, 14:30

AUA bleibt in roten Zahlen verfangen. Die AUA (Austrian Airlines) hat bis Juni operativ 63 Millionen Euro verloren. Sie wird es auch im Gesamtjahr nicht aus den roten Zahlen schaffen. Lufthansa-Vorstand und AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer hat am Montag deutlich gemacht, dass die vor zwei Jahren übernommene Airline das für 2011 gesteckte Ziel nicht erreichen wird.

 |  NOEN, Archiv
Das Ziel eines positiven Ebit werde heuer nicht erfüllbar sein, sagte Lauer. Der Lufthansa-Manager stellte bei der Taufe eines Riesen-Airbus A380 der Lufthansa auf den Namen "Wien" in Schwechat aber auch klar, dass man nach der wohl "kleinen Verzögerung" dennoch "in angemessener Zeit" von der AUA Renditen erwartet. Er wies Sorgen um das Schicksal der AUA-Langstrecke zurück, falls es noch länger dauert. Niemand würde die Langstrecke rausnehmen.

Wien sei für die Lufthansa ein Kernelement im Aufbau eines starken europäischen Airlineverbunds, sagte Lauer. Zu Medienberichten, die Lufthansa hätte die AUA gekauft, damit diese Airline mit ihrem Heimat-Hub Wien schrumpft und danach der Lufthansa-Standort München gestärkt würde, meinte Lauer, "selten habe ich Absurderes gelesen." Kein Mensch kaufe eine ganze Airline, übernehme eine Milliarde Schulden, um sie nur noch näher an den Untergang zu bringen.

"Wir sehen klares Potenzial. Die AUA hat Stärken, an denen wir interessiert sind." Lauer nannte unter anderem den Osteuropaverkehr. Lufthansa und AUA-Management seien aufs Heftigste bemüht, diese Gesellschaft wieder in den grünen Bereich zu kriegen. Freilich müsse ein Haus in Ordnung gebracht sein, bevor es wieder ans Wachstum gehe. Da sei in der AUA schon einiges bewegt worden. Und Fukushima oder Nahost werde niemand einem Management ankreiden.

Die AUA-Spitze findet, dass sie heuer von besonderem Pech verfolgt ist: Durch die Krise in Nahost, die Folgen der Bebenkatastrophe in Japan, explodierende Spritpreise. Jetzt kämen neue Rezessionsängste hinzu, die den US-Markt und die Strecken dorthin beeinträchtigen könnten, sagte AUA-Vorstand Andreas Bierwirth zur APA. Nach dem Verlust des ersten Halbjahrs hätte die AUA aber ein besonders gutes zweites Halbjahr gebraucht, um aus den roten Zahlen zu sein. Nun werde bloß "eine Herausforderung von der anderen abgelöst". Die operative Null-Linie heuer wäre "extrem ehrgeizig", und aus jetziger Sicht immer unwahrscheinlicher. Jedenfalls werde man aber besser abschneiden als 2010.

Lauer und Bierwirth drängten auf den Bau der dritten Piste in Wien. Für Lauer eine Standortfrage, die dem Flughafen Wien als Drehscheibe eine Perspektive gebe. Er verwies auf starke Konkurrenz außerhalb Europas, ohne die Saudi-Flughäfen und -Airlines beim Namen zu nennen. Verkehrsdrehscheiben dürften nicht zum "falsch verstandenen Exportschlager werden". Lauer beklagte ebenso wie Bierwirth die Belastungen durch die Ticketsteuer, durch die ein kleines Land relativ noch stärker getroffen werde. Die Lufthansa sorgt sich zudem vor neuen Wettbewerbsverzerrungen durch die Einbeziehung der EU-Airlines in den Emissionshandel.

Wiens Bürgermeister Michael Häupl taufte heute in Wien-Schwechat einen Lufthansa-Riesenairbus A380 auf den Namen "Wien". Der größte Passagierjet der Welt ist Montagfrüh, von Frankfurt kommend, im österreichischen Luftraum von drei Eurofightern eskortiert worden. Weil die bisherigen Schwechater Pisten zu schmal für das riesige Flugzeug sind, war dies wieder ein nicht buchbarer Sonderflug. Ab 2012 werden die bestehenden Pisten renoviert und verbreitert. Ab 2013 wären Starts und Landungen dieser Riesenvögel im Normalbetrieb möglich, nicht aber ein Andocken an einem der "Finger". Selbst am Skylink sind keine Parkpositionen für einen A380 vorgesehen. Ein Lufthansa-A-380 würde ohnedies nie über Wien fliegen. Für denkbar halten Branchenexperten, dass die Golfairline Emirates mit A380 auch einmal Wien anfliegt.