Erstellt am 23. April 2012, 13:34

AUA-Bordbetriebsrat für weitere Verhandlungen. AUA-Bordbetriebsrat Karl Minhard hat am Montag in der Betriebsversammlung des fliegenden Personals für weitere Verhandlungen mit dem AUA-Management plädiert.

Thema der Betriebsversammlung waren Pläne der Chefetage, den AUA-Piloten mittels Betriebsübertragung auf Tyrolean die Gehälter einzufrieren, automatische Vorrückungen und Pensionsprivilegien zu streichen und Arbeitszeiten zu verlängern.

"Wir glauben immer noch, dass Verhandlungen möglich sind". Minhard räumte ein, dass diese nicht einfach seien. Man werde sich aber nicht mit den Tyrolean-Kollegen auseinanderdividieren lassen. Das habe schon in der Vergangenheit nicht funktioniert.

In der Betriebsversammlung war nach Teilnehmern von umfassenden Sozialplänen die Rede, die die Belegschaft im Zusammenhang mit der Auslagerung auf Tyrolean fordert. Piloten vermuteten, dass die AUA als "Sandkiste" für irgendwelche größere Luftfahrtlösungen missbraucht werde. Das Wort Streik fiel angeblich nicht in der Versammlung.

Minhard und der Anwalt der Pilotenvertreter, Roland Gerlach, bezifferten die Kosten des vom AUA-Vorstand betriebenen Übertrags des Flugbetriebs der "Austrian" auf Tyrolean mit 160 Millionen Euro. Laut Teilnehmern der Betriebsversammlung umfasst die Summe Abfertigungen für ausscheidende AUA-Piloten, weitere Folgekosten und auch Erlöseinbußen. Dazu käme ein enormer Imageschaden. Der Rechtsvertreter des Bordbetriebsrats riet den Piloten und Flugbegleiterinnen, in den nächsten Wochen und Monaten auf keine Unterschriftsangebote des Managements einzugehen und alle Fristen auszureizen.

Bei allen drei Möglichkeiten der Reaktion auf die umstrittene Auslagerung - Betriebsübergang mit anschließender juristischer Auseinandersetzung, Austritt über Sonderkündigungsrecht oder Widerspruch mit Verbleib im Dienstverhältnis der AUA AG - sind in den Augen des Juristen keine individuellen Unterschriften von AUA-Bord-Beschäftigten nötig. Überall ergäben sich die Rechtsfolgen durch Gesetz. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat wollen rechtliche Schritte einleiten, das wurde heute bekräftigt. Einen Anlass für individuelle Klagen sieht die Pilotenvertretung dagegen nicht, hieß es aus der Betriebsversammlung.