Erstellt am 10. Mai 2012, 12:21

AUA denkt an Neueinstellung billigerer Piloten. Für Lufthansa- und AUA-Führung ist der Übergang des Flugbetriebs von Austrian Airlines auf die billiger operierende Tyrolean unumkehrbar. Der Point of no return sei da, egal ob und wie der Betriebsrat nun zum Sparpaket abstimmen lässt.

Austretende Piloten würden durch teilzeitfliegende Copiloten von Tyrolean bzw. Swiss und Lufthansa ersetzt. Zudem könnten billigere Piloten eingestellt werden.

Sollten aus den bisher 43 AUA-Piloten, die wegen des umstrittenen Übergangs bereits mit Höchstabfertigungen kündigten, 110 oder 120 werden, hält dies der Konzern für problemlos verkraftbar. Selbst den Abgang aller 150 AUA-Kapitäne nach dem alten und teuersten Tarifschema (AUA KV-alt) hielte der Betrieb aus, wird versichert. Das würde bei Abfertigungen bis zu 39 Monatsgehältern (bis zu 500.000 Euro) an die 80 Mio. Euro kosten.

Lufthansa habe geschulte Piloten und Flugzeuge, heißt es unmissverständlich in Richtung Zweifler. Im übrigen wird ab nächster Woche ein zweiter Schub von 18 Tyrolean-Piloten auf die größeren Maschinen der AUA umgeschult. Werden es 150 Abgänge und mehr, kämen Neuanstellungen von außen infrage. Genaueres will die AUA Ende Mai wissen.

Im AUA-Management glaubt und hofft man aber nicht, dass jetzt, wo es um die entscheidenden Unterschriften geht, alle Androhungen auf Sonderaustritt wahr gemacht werden. Wer bei Golf-Airlines sein Heil suche, müsse dort ohne Kollektivvertrag, ohne Pensionsregelung und ohne "Seniorität" leben. Und wer nicht gleich einen neuen Job finde, müsse sich um Lizenzen sorgen, wenn Flugstunden fehlten.

Der Zwangsumstieg auf Tyrolean per 1. Juli wurde eingeleitet, weil eine Verhandlungslösung über eine Kollektivvertragsreform für die 2.100 Piloten und Kabinenmitarbeiter der AUA trotz viermonatiger Mühen scheiterte. Erste Abstimmungsversuche des Bord-Betriebsrats über ein Verhandlungspaket wurden mangels Aussicht auf Erfolg zurückgezogen, eine jetzt neu zur Abstimmung kommende einseitig geänderte Variante des Betriebsrats wird vom Vorstand nicht mehr unterstützt.