Erstellt am 06. Mai 2014, 14:10

AUA - Erlöseinbruch auf Krisenstrecken. Die anhaltenden Sparmaßnahmen haben bei der AUA den für den Winter typischen Verlust im Erstquartal um 2 Millionen auf 54 Mio. Euro eingedämmt.

AUA-Chef Jaan Albrecht beklagt, dass anhaltende Konflikte in Nahost und die neu eskalierte Krise in der Ukraine und Russland zu weit mehr Straffungen im Streckennetz zwangen als gedacht. Das fraß auch vorherige Sparerfolge zum Teil wieder auf.

Etwa 10 Prozent des Umsatzes der Austrian Airlines stammen laut Albrecht gerade aus Regionen, in denen jetzt Unsicherheits- und Krisenherde liegen: also im Speziellen Iran, Irak, Libyen, Syrien, Ägypten sowie Ukraine und Russland.

Auf die Entwicklung rund um die Ukraine und Russland war man gar nicht vorbereitet. Die bereitet Sorgen, auch was die Erlöse betrifft. "Das sind Beträge, die in die Millionen gehen", sagte der AUA-Chef heute in einer Telefonkonferenz.

Auch Russland-Flieger sind weniger voll

Kiew wird derzeit nur einmal (früher zweimal) täglich angeflogen. Lemberg, Kharkow und Dnjepropetrovsk werden in gleicher Frequenz bedient, nachfrageabhängig aber immer wieder mit kleineren Flugzeugen. Auch die Russland-Flieger sind weniger voll: Hier werden die Kapazitäten nach Tagesbedarf angepasst. Auf der Strecke Wien-Moskau hat die AUA einen Flug pro Woche aus dem Programm genommen, ebenso nach St. Petersburg und Leningrad. Krasnodar wird mit kleinerem Fluggerät angeflogen.

In Nordafrika geht der AUA die kurzfristig gestrichene, aber profitable Strecke Wien-Tripolis ab, auch Bagdad musste vorläufig eingestellt werde. Nicht reduziert wurden die Flüge nach Bangkok, obwohl auch die dortigen Unruhen das Ergebnis belasten würden.

Albrecht bestätigte in seiner Konferenz zum ersten Quartal, dass die krisenbedingten Streichungen und Flugplanausdünnungen einen Teil der Spareffekte des vergangenen Jahres zunichte gemacht haben. "Wir wissen, dass diese Branche sehr anfällig ist", so der AUA-Chef. "Kostenmaßnahmen sind nach wie vor oberstes Ziel." Die AUA hält an ihrem Ziel fest, den Betriebsgewinn von 2013 (25 Mio. Euro) im Gesamtjahr 2014 übertreffen zu wollen.

Neuer Kollektivvertrag fürs fliegende Personal

Der nächste Schritt ist nun ein neuer Kollektivvertrag fürs fliegende Personal. Hier geht Tyrolean-Chef Klaus Froese davon aus, am 31. Mai ein entscheidendes Stück weiter zu sein, also zumindest einen Durchbruch zu erreichen. In diesem Monat gebe es noch 10 Verhandlungstermine, auch heute werde verhandelt. Eine Einigung zu dem Thema sei von "großer strategischer Bedeutung."

Die Tyrolean-Verwaltung ist mittlerweile an den AUA-Konzernsitz nach Wien übersiedelt, im März ist der letzte Mitarbeiter von Innsbruck abgezogen worden. Nun gibt es auch Einschnitte in der Technik in Innsbruck. Hier sollen so genannte technische Planungsprozesse und Administration in Wien gebündelt werden, das soll bis Ende des Jahres erfolgen. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, sagte der Vorstand heute nicht genau: "Mehr als zwei Hände voll." Keine Pläne gebe es hingegen, den Wartungsstandort von Innsbruck abzuziehen.

Zumindest den Sommer über wird es auf den innerösterreichischen Strecken keine Kürzungen geben, da in der Zeit die Nachfrage stärker ist. Für die üblicherweise schwächeren Wintermonate plant der Vorstand zur Zeit zwar auch keine weiteren Reduktionen, "aber wir sind der Wirtschaftlichkeit verpflichtet." Dezidiert ausgeschlossen wurde hier also nichts.