Erstellt am 02. März 2012, 19:16

AUA fliegt durch Turbulenzen. Der heimische Carrier AUA wird derzeit von Turbulenzen durchgebeutelt. Die "Süddeutsche Zeitung" will aus der Zentrale der AUA-Mutter Lufthansa gehört haben, dass dort über eine Umgründung auf Basis der Regionaltochter Tyrolean nachgedacht werde.

Gerüchte über den baldigen Abgang von Vorstand Andreas Bierwirth wollen nicht verstummen und das Bordpersonal hält heute, Freitag, eine Betriebsversammlung ab, um ihrem Unmut über die einseitige Kündigung des Kollektivvertrags (KV) Luft zu machen.

AUA-Chef Jaan Albrecht sieht die Situation durchaus dramatisch: "Wir fliegen gegen einen Berg, da muss man als Pilot ausweichen, links oder rechts vorbei", sagte er. In der Lufthansa-Zentrale scheint es noch drastischere Überlegungen zu geben: Eine neue österreichische Fluglinie auf Basis der Tyrolean, die einen deutlich günstigeren Kollektivvertrag hat als die AUA, würde der Vorgangsweise bei den Lufthansa-Töchtern in der Schweiz und in Belgien entsprechen. Die Swiss entstand nach der Insolvenz der Swissair aus deren ehemaligem Ableger Crossair und die Brussels Airline aus der Delta Air Transport, der Regionalsparte der früheren belgischen Fluglinie Sabena.

Dazu passen würde, dass auch Albrecht sein Unternehmen "gründlich säubern" will und entweder einen ganz neuen KV oder eben den Tyrolean-KV für alle haben will. Immerhin sei die AUA die letzten sechs, sieben Jahre nie profitabel gewesen, erinnerte Albrecht jüngst. Die AUA hat den KV für das Bord-Personal einseitig gekündigt und will bis zum nächsten Aufsichtsrat am 13. März mit den Mitarbeitern neue Arbeitsbedingungen aushandeln. Der Versuch, dieses Ziel bis zum 1. März zu erreichen, war davor gescheitert. Betriebsratsvorsitzender Karl Minhard fühlt sich zwar schlecht behandelt, will sich aber nicht in einen Streik hineintreiben lassen, wie er heute wiederholte. Ab 16.00 Uhr gibt es eine Betriebsversammlung, die einige Stunden dauern dürfte, da "der Informationsbedarf hoch" sei.

Unklar war die Zukunft von AUA-Vorstand Andreas Bierwirth. Sein Abgang war für den heutigen Freitag erwartet worden, aus der AUA hieß es aber nach Mittag weiter, es gebe dazu keinen Aufsichtsratsbeschluss. Dennoch zeichnet sich ab, dass die Tage Bierwirths als AUA-Vorstand gezählt sind.

Unabhängig davon verhandelt Albrecht auch "mit dem Ministerium" über eine Senkung der Ticketsteuer. Bisher hätte er von der Regierungsspitze mündliche Unterstützungszusagen erhalten. Die brauche er nun schriftlich.