Erstellt am 31. März 2012, 14:49

AUA soll Mitarbeiter aus Altverträgen freikaufen. Bei der AUA sind die Fronten starr. Das Management in Österreich muss auf Druck der Mutter Lufthansa massiv bei den Personalkosten sparen und bereitet dafür den Zwangsumstieg auf den billigeren Tyrolean-Kollektivvertrag vor.

Für diesen Fall drohen laut AUA-Betriebsrat in kürzester Zeit bis zu 300 AUA-Piloten samt Abfertigungsansprüchen in dreistelliger Millionenhöhe das Weite zu suchen.

AUA-Bord-Betriebsratschef Karl Minhard kann sich nun vorstellen, dass sich die Leute zumindest zum Teil aus dem alten KV herauskaufen lassen. In der Gewerkschaft war eine solche "Abschlagszahlung" von 370 Mio. Euro in den Raum gestellt worden. Über solche Zahlen will Minhard nicht sprechen. Er empfahl den Austrian Airlines am Samstag im Interview im ORF-Mittagjournal, ein Angebot zu machen, zu welchem Preis die Beschäftigten billiger werden könnten und was der Vertrag wert sei. Man könne etwa auch Pensionszahlungen aus dem Vertrag "auskaufen" lassen.

Die AUA-Bord-Gewerkschaft hatte gestern ihr aktuelles Verhandlungsangebot präzisiert: 14 Mio. Euro Jahreseinsparungen (darunter teilweise Aussetzung automatischer Vorrückungen, längere Arbeitszeiten etc. ) und 33 Mio. Euro Einmal-Ersparnis durch spätere Pensionierungen und damit Auflösung von Pensionsrückstellungen.

AUA-Chef Jaan Albrecht sagte in der "Tiroler Tageszeitung" vom Samstag, mit den AUA-Piloten sei eine Einigung noch "meilenweit entfernt". Mit Altlasten in den Kollektivverträgen wie dem Leistungssystem bei den Pensionen oder einer automatischen jährlichen Inflationsanpassung könne die AUA nicht mehr zeitgemäß wirtschaften. Der Pilotenbetriebsrat habe zwar angeboten, jedes zweite Jahr auf die Teuerungsabgeltung zu verzichten, doch dieses Zugeständnis sei nicht nachhaltig.

Die Sorge, dass die Lufthansa ihre österreichische Tochter fallen lassen werde, ist für Albrecht unbegründet. Obwohl der Bord-Betriebsrat der AUA vor einem Massenabgang von Piloten warnte, glaubt der AUA-Chef weiter nicht an eine Eskalation des KV-Konflikts.