Erstellt am 10. Januar 2012, 13:08

AUA-Verlust war 2011 so hoch wie 2010. Die österreichische Lufthansa-Tochter AUA muss angesichts weiterer Verluste radikal saniert werden. Der neue Vorstandschef Jaan Albrecht legt dem Aufsichtsrat kommende Woche ein neues Sparprogramm vor, das im März starten und heuer 200 bis 220 Mio. Euro bringen soll, im dritten Jahr dann 260 Mio. Euro.

Der neue Chef will teure Strukturnachteile der AUA damit ein für allemal bereinigen.

Aus dem erhofften Gewinn für 2011 wurde nichts. Im Gegenteil: Nach bisheriger Hochrechnung sehe es so aus, dass der operative Verlust 2011 vergleichbar hoch lag wie 2010, sagte Albrecht am Dienstag in Wien. Nach AUA-Bilanz hat es 2010 einen Betriebsverlust von 64,7 Mio. Euro gegeben, in der Lufthansa-Konzernbilanz ist der operative Verlust aus Wien damals mit 66 Mio. Euro ausgewiesen werden.

Albrecht kündigte für heuer den Verkauf von elf Boeing-Flugzeugen an, es gebe schon Angebote dafür. Die Erlöse aus diesen Verkäufen seien nicht in den 200 bis 220 Mio. Euro enthalten, die man - am Ende des Tages zu zwei Drittel aus Kosteneinsparungen, zu einem Drittel aus Zusatzerträgen - hereinzuspielen hofft. Ende Jänner will die AUA zudem weitere Strecken-Ausdünnungen bekanntgeben.

Die AUA muss zudem wieder bei den Personalkosten ansetzen. Die Airline versicherte aber, ohne weiteren Jobabbau auskommen zu wollen. Ohne Gegensteuern lägen die Personalkosten 2012 auf dem Niveau von 2009, obwohl seither 1.500 Leute abgebaut wurden. Den Rotstift ansetzen will der Vorstand bei den zahlreichen Automatismen (Vorrückungen etc.) und diversen "Altlasten" in den Kollektivverträgen.

Von Flughafen und Austro Control will die AUA Gebührennachlässe, auch die Verträge mit den großen Lieferanten sollen auf Sparpotential neu durchforstet werden. Auf die Frage, ob es nun heuer (2012) ein positives Ergebnis geben soll, nickte Albrecht. Ob einstellig oder zweistellig, wurde nicht beantwortet.