Erstellt am 07. Februar 2013, 15:09

Auch Novomatic-Umsatz 2012 auf Höchststand. Bei Österreichs Glücksspielriesen rollt die Kugel wieder. Sowohl die bisherige Monopolistin Casinos Austria als auch der niederösterreichische Novomatic-Konzern haben voriges Jahr Rekordumsätze erzielt.

Die Novomatic AG hat nach vorläufigen Berechnungen 2012 rund 1,5 Mrd. Euro umgesetzt, nach 1,39 Mrd. Euro im Jahr davor, gab Generaldirektor Franz Wohlfahrt am Donnerstag anlässlich der Glücksspielmesse ICE in London bekannt. Auch das Ergebnis habe sich entsprechend erhöht; 2011 betrug der Jahresüberschuss 160 Mio. Euro.

Die Zahl der vermieteten und selbst betriebenen Glücksspielgeräte haben die Niederösterreicher ebenfalls gesteigert, statt 200.000 sind es nun mehr als 215.000. Novomatic betreibt weltweit über 1.400 eigene Spielstätten, etwa 200 mehr als ein Jahr davor. Der Mitarbeiterstand der Gruppe (Novomatic AG inklusive zweier Schweizer Schwestergesellschaften) erhöhte sich um rund 3.000 Personen auf 22.000. Davon arbeiten 4.000 Menschen in Österreich.

Heuer will der Konzern weiter wachsen, besonders im Online-Gaming-Bereich. Die Kriegskasse für die Expansion ist jedenfalls gut gefüllt: Im Jänner nahm der Konzern über eine Anleihe 250 Mio. Euro auf.

Die Rivalin in Österreich, die Casinos-Austria-Gruppe, gab kürzlich bekannt, ihren Umsatz 2012 auf mehr als 3,5 Mrd. Euro gesteigert zu haben. Novomatic will dem Platzhirschen jetzt auch im klassischen Casinobereich am Heimmarkt Konkurrenz machen und hat sich für die 12 Spielbanklizenzen beworben, die infolge eines EuGH-Urteils erstmals europaweit ausgeschrieben werden müssen.

Novomatic-Chef Wohlfahrt hält die paketweise Vergabe der Lizenzen aber für rechtswidrig und hat vergangene Woche wegen des sogenannten Stadtpakets, das an die Casinos Austria gegangen war, den Verfassungsgerichtshof (VfGH) angerufen.

Schwerer Schlag für Concord Card Casinos

Apropos Rechtslage: Diese ist auch Pokerbereich momentan alles andere als unumstritten. Eigentlich sind Pokersalons seit Jahresbeginn illegal, weil sie nun dem Glücksspielgesetz (GSpG) unterliegen. Die neue Lizenz, die die bisherigen - nunmehr abgelaufenen - Gewerbeberechtigungen ersetzt, hat das zuständige Finanzministerium aber noch immer nicht ausgeschrieben. Eine Folge davon: Das Austrian Poker Festival findet heuer erstmals im Casino Baden statt. Mehr als 1.000 Teilnehmer aus aller Welt werden für 12. bis 24. Februar erwartet, teilten die Casinos Austria am Donnerstag mit.

Dies ist ein schwerer Schlag für Österreichs größten Pokersalonbetreiber Peter Zanoni: Das Turnier ist die Jahre in seinem "Montesino" in Wien über die Bühne gegangen. Die unklare Gesetzeslage dürfte aber die Organisatoren World Poker Tour (WPT) und Grand Series of Poker (GSOP live) abgeschreckt haben. Der Vertrag mit den Casinos Austria wurde erst am Mittwoch in London unterzeichnet.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sei der gute Ruf der Casinos als Veranstalter internationaler Turniere, heißt es in dem Statement. Zanoni dazu: "Natürlich ist das unangenehm für uns." Wegen der "diffusen Rechtslage" habe man sich aber dazu entschlossen, das Turnier abzusagen, schließlich handle es sich um eine Veranstaltung mit internationaler Wirkung. Erwogen wurde auch, das ganze nach Bratislava zu verlegen. "Dann haben die Casinos Austria glücklicherweise übernommen", so Zanoni.