Erstellt am 25. Oktober 2011, 13:43

Aus für Don Gil - Konkurs wurde eröffnet. Das Ringen um ein Überleben der angeschlagenen Textilkette Don Gil ist zu Ende. Am Dienstag wurde das Konkursverfahren über die Modekette eröffnet.

Betroffen sind rund 400 Mitarbeiter und rund 200 Gläubiger. Zum Insolvenzverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Günther Hödl bestellt, teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) mit.

Die Anmeldefrist für die betroffenen Gläubiger wurde vom Handelsgericht Wien mit 06.12.2011 festgesetzt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 20.12.2011 statt. Informationen über die Höhe der Aktiva und Passiva liegen derzeit noch nicht vor.

Der Insolvenzverwalter werde nun die Risiken und Chancen einer allfälligen Unternehmensfortführung zu analysieren haben, so der KSV. Über das weitere Schicksal des Unternehmens werde spätestens in der kommenden Berichtstagsatzung zu entscheiden sein. Dann werde auch klar sein, ob ein Sanierungsplan realistisch sei.

"Bedauerlicherweise war die heutige Insolvenzeröffnung über das Vermögen der Don Gil Textilhandel GmbH nicht vermeidbar", so Thomas Hahn, Prokurist von Don Gil Österreich. Die Eigentümerin Fashion Network SpA in Italien befinde sich selbst in einem Insolvenzverfahren und sei daher rechtlich nicht in der Lage gewesen, die notwendigen Eigenmittel zuzuschießen oder rechtzeitig die Anteile an einen Investor zu verkaufen.

Gemeinsam mit dem Masseverwalter sei man nun bemüht, durch einen kurzfristigen, gesonderten Fortbetrieb die Chancen auf eine hohe Quote für die Gläubiger zu verbessern. Angedacht sei dabei der Verkauf an einen Investor.

Ende September war von Gläubigerseite ein Insolvenzantrag beim Handelsgericht Wien eingebracht worden. Bist zuletzt hoffte das Unternehmen auf eine Kapitalspritze vom italienischen Mutterkonzern Mariella Burani oder auf einen Käufer. Bei der heutigen Tagsatzung kam dann das endgültige Aus.

Die Modekette mit ihren rund 370 Mitarbeitern und 30 Filialen hat Schulden in Höhe von mehr als 28 Mio. Euro angehäuft, rund die Hälfte davon sind Bankenverbindlichkeiten.