Erstellt am 05. März 2012, 09:12

Ausgang des griechischen Schuldenschnitts ungewiss. Wenige Tage vor Ablauf der Tauschfrist ist der Erfolg des historischen Schuldenschnitts in Griechenland weiter ungewiss.

Der Internationale Bankenverband äußerte sich zwar am Wochenende zuversichtlich, dass eine ausreichende Zahl von Banken, Versicherern und Hedgefonds freiwillig auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten wird.

Die Europäische Zentralbank geht dagegen einem Magazinbericht zufolge davon aus, dass die Teilnahme zu gering bleibt und deshalb erzwungen werden muss. Dies dürfte die Fälligkeit von Kreditausfallversicherungen in Milliardenhöhe nach sich ziehen.

Die Banken sollen "freiwillig" auf 107 Mrd. Euro ihrer Forderungen an Griechenland verzichten, indem sie ihre griechischen Staatsanleihen in neue Papiere mit geringerem Nominalwert, längerer Laufzeit und niedrigeren Zinsen tauschen. Unter dem Strich sollen sie dabei auf 73 bis 74 Prozent der Forderungen verzichten. Die Investoren müssen sich bis Donnerstag entscheiden.

IIF-Geschäftsführer Dallara sagte im griechischen Fernsehen am Samstag, die Verhandlungen mit den Investoren machten Fortschritte. Er sei daher optimistisch, dass es eine hohe Annahmequote geben werde. Der "Spiegel" dagegen zitierte eine Person aus dem EZB-Umfeld mit den Worten: "Wahrscheinlich müssen die Umschuldungsklauseln aktiviert werden." EZB-Chef Draghi hatte sich vergangene Woche zuversichtlich gezeigt, dass Griechenland ohne Zwangsmaßnahmen auskommt.

Falls nicht genügend Gläubiger mitmachen, will die griechische Regierung die Investoren mit der Aktivierung rückwirkender Klauseln zur Teilnahme zwingen. Der "Spiegel" berichtete indes, Griechenland benötige nach Einschätzung der Troika aus EZB, IWF und EU-Kommission möglicherweise ein drittes Rettungspaket über 50 Mrd. Euro, falls es sich nicht wie geplant in Zukunft wieder selbstständig finanzieren kann.