Erstellt am 27. Februar 2012, 12:40

Außenhandelsdefizit 2011 fast verdoppelt. Österreichs Defizit im internationalen Warenaustausch hat sich 2011 trotz der erzielten Exportrekorde massiv ausgedehnt. Das Loch in der Handelsbilanz weitete sich gegenüber dem Jahr davor ersten Berechnungen zufolge von 4,3 auf 8,2 Milliarden Euro aus.

Österreichs Defizit im internationalen Warenaustausch hat sich 2011 trotz der erzielten Exportrekorde massiv ausgedehnt. Das Loch in der Handelsbilanz weitete sich gegenüber dem Jahr davor ersten Berechnungen zufolge von 4,3 auf 8,2 Milliarden Euro aus.

Die Exporte kletterten zwar um zwölf Prozent auf das bisherige Allzeithoch von 122,5 Milliarden Euro, doch die Importe legten mit einem Plus von 15 Prozent auf 130,7 Milliarden Euro noch dynamischer zu. "Wir wollen diesen Exportrekord 2012 toppen", kündigte Wirtschaftskammer-Präsident Leitl am Montag an. Angepeilt werde ein Ausfuhrvolumen von 130 Milliarden Euro als Maximum - 125 Milliarden Euro seien das Minimum.

Dass Österreich mehr Waren und Dienstleistungen importiert als exportiert, hat vor allem zwei Ursachen: "Die erhöhten Energie- und Rohstoffpreise finden hier deutlich ihren Niederschlag und Asien holt auf", erklärte der Wirtschaftskammerpräsident die negative Handelsbilanz. Die Welt sei hungrig nach Erfolg, Europa sei müde und schwächle. Der Anteil der EU-27 an den weltweiten Exporten sei zwischen 2006 und 2010 von 37,9 auf 33,8 Prozent gesunken, jener Asiens von 29,5 auf 33,3 Prozent gestiegen.

Österreich müsse vor allem die Dienstleistungsexporte erhöhen - da gebe es noch Potenzial zu heben. Derzeit bewegt sich das Land bereits unter den Top-Ten der Welt an neunter Stelle. "Wir wollen den einen oder anderen Platz vorrutschen", so Leitl. Der Anteil der Dienstleistungsausfuhren in Bereichen wie Reiseverkehr, Transport- und Bau, Innovationen, Kreativität und Kultur soll sich innerhalb von drei Jahren von einem Viertel auf ein Drittel der heimischen Gesamtexporte erhöhen.