Erstellt am 09. März 2012, 10:45

Außenhandelsdefizit 2011 verdoppelt. Österreich hat 2011 um 8,59 Mrd. Euro mehr importiert als exportiert. Das Außenhandelsdefizit verdoppelte sich somit gegenüber dem Jahr davor (4,28 Mrd. Euro).

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Es stiegen sowohl das Import- (+15,0 Prozent) als auch das Exportvolumen (+11,7 Prozent). Das Außenhandelsvolumen erreichte damit 2011 einen Spitzenwert.

Das könne man aber nicht ausschließlich auf eine höhere Nachfrage im In- bzw. Ausland zurückführen, sagte der Generaldirektor der Statistik Austria Konrad Pesendorfer zur APA. Wichtig seien auch Preiserhöhungen insbesondere im Energiebereich gewesen.

2011 importierte Österreich nach vorläufigen Zahlen Waren im Wert von 130,76 Mrd. Euro. Die Exporte waren dagegen in Summe 122,16 Mrd. Euro wert. Damit toppte das Außenhandelsvolumen den bisherigen Spitzenwert von 2008 bei den Einfuhren um 9,4 Prozent und den Ausfuhren um 3,9 Prozent. Verantwortlich dafür war besonders ein starkes erstes Halbjahr.

Die Zahlen der Statistik Austria lassen vorerst allerdings keinen Schluss zu, in welchem Verhältnis sich die Mengen und Preise verändert haben. In einigen Bereichen lässt sich jedoch vermuten, dass der Anstieg des Außenhandels eher auf eine Preissteigerung denn auf größere Mengen zurückzuführen ist.

Für Österreichs Exportstärke seien vor allem die Standortattraktivität, Qualität und der Preis entscheidend, so Pesendorfer. Das beschlossene Sparpaket könne dazu führen, dass kurzfristig weniger importiert wird, da die Nachfrage am heimischen Markt sinken wird. Allerdings könnten ausbleibende Investitionen auch die Attraktivität und somit die Wettbewerbsfähigkeit einschränken, was sich negativ auf das Exportvolumen auswirken würde.

Der mit Abstand wichtigste Handelspartner war auch heuer wieder Deutschland. Waren im Wert von 49,89 Mrd. Euro kamen aus dem Nachbarland - das sind 38,2 Prozent aller Importe. Dagegen exportierte Österreich um 38,05 Mrd. Euro (31,1 Prozent) nach Deutschland.