Erstellt am 06. April 2012, 09:40

Austria Tabak verliert weiter Marktanteile. Der ehemalige Monopolist Austria Tabak (nunmehr Japan Tobacco International/JTI) hat im vergangenen Jahr weiter Marktanteile verloren und Philip Morris das Feld überlassen.

Der US-Tabakkonzern kam im Vorjahr in Österreich auf einen Marktanteil von 35,9 Prozent (nach 35,4 Prozent), während Austria Tabak um 1,4 Prozentpunkte auf 33,1 Prozent deutlich verlor.

British American Tobacco (BAT) zog die meisten Marktanteile von der Austria Tabak ab und legte von 9,3 auf 10,3 Prozent zu. Der britische Produzent Imperial Tobacco stagnierte bei einem Anteil von 17,5 Prozent. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Marktforschers AC Nielsen hervor.

Bis 2008 war die Austria Tabak die Nummer 1 am österreichischen Tabakmarkt. 2009 lieferte sie sich mit Philip Morris bereits ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze, bis der US-Konzern den ehemaligen Staatsbetrieb 2010 endgültig überholte. Die Austria-Tabak-Mutter JTI pusht vor allem ihre internationalen Marken wie Camel oder Benson & Hedges, weshalb traditionelle Marken wie Memphis und Meine Sorte zunehmend auf der Strecke bleiben und Jahr für Jahr Anteile verlieren.

Vor etwas mehr als zehn Jahren war etwa jede Dritte gerauchte Zigarette in Österreich eine Memphis. 2011 kam Memphis nur noch auf einen Anteil von 8,4 Prozent (nach 14,2 Prozent). Ende 2011 machte die Austria Tabak ihr letztes Tabakwerk in Österreich (Hainburg) dicht und übersiedelte die Zigarettenproduktion nach Rumänien und Polen. Davor schlossen Werke in Schwaz, Fürstenfeld und Linz.

Marlboro aus dem Hause Philip Morris blieb mit einem Anteil von 21,2 Prozent auch im vergangenen Jahr die gefragteste Zigarettenmarke der Österreicher, büßte aber weiter ein. 2010 betrug der Anteil noch 23 Prozent, 2009 waren es 24,5 Prozent. Chesterfield dagegen, ebenfalls eine Marke von Philip Morris, legte von 9,5 Prozent auf 11,7 Prozent zu und überholte damit Memphis.