Erstellt am 18. April 2013, 12:20

Austro-Banken sollen laut S&P Kapital stärken. Obwohl die Großbanken in Österreich 2012 - zum Teil durch Umschichtungen - ihre Kapitaldecken um Milliarden dicker machten, grundeln sie in den Augen von Standard & Poor?s (S&P) bei der Kapitalstärke noch immer in Kapitalregionen, wie sie die Banken in Irland, Italien oder Frankreich kennen.

Den Banken wurde neuerlich nahegelegt, sich frisches Kapital zu beschaffen. Aus Sicht von S&P haben die gestiegenen Osteuropa-Risiken die Effekte der letzten Kapitalstärkungen zwar nicht komplett, aber doch wieder zum Teil aufgefressen. Aber auch innerhalb Österreichs gibt es Risiko: S&P nannte am Donnerstag in Wien die umfangreichen Fremdwährungskredite. Zudem bergen die stark gestiegenen Immobilienpreise in Wien und anderen Teilen Österreichs die Gefahr, dass dieser Boom zur Blase wird - wieder gefolgt von der Gefahr von Kreditausfällen. Anders als in Spanien sei der Boom in Österreich aber nicht kreditgetrieben. Vielmehr hätten Anleger Gelder umgeschichtet.

S&P setzt seine eigenen Banken-Kapitalquotenrechnungen etwa bei der Hälfte der Quoten an, wie sie die Regulatoren berechnen. Ende 2011 kamen bei S&P die drei größten Banken Österreichs (Bank Austria, Erste, Raiffeisen) im Schnitt aller drei auf 5,5 Prozent Kapitalquote. Auf 2012 hätten sich diese Daten nur geringfügig verbessert, weil durch die Wachstumsschwächen im Osten das Risiko in Ost/Südosteuropa gewachsen ist. Als "adäquat" sähe Anna Lozmann, Associate Director Financial Institutions Ratings, für die Austro-Großbanken Werte zwischen 7 und 10 Prozent an, wie sie am Donnerstag sagte.

Man sehe schon, dass die österreichischen Banken Kapital aufbauten, sagte Lozmann, interne Kapitalbeschaffungsmaßnahmen dürften aber nicht reichen. Bei den österreichischen Großbanken wären die Ratings laut S&P um zwei Stufen tiefer, gäbe es nicht die Aussicht, dass der Staat im Fall einer neuen Krise helfend einspringt.