Erstellt am 22. August 2011, 14:00

Austro-Firmen wollen nach Libyen zurückkehren. Die in Libyen vor dem Bürgerkrieg tätigen Austro-Unternehmen beobachten die jüngsten Entwicklungen genau, ein Zeitplan für eine Rückkehr ins Land ist derzeit aber nicht abschätzbar.

Die OMV geht bei der Wiederaufnahme ihrer libyschen Öl-Produktion "von mehreren Monaten" aus, so OMV-Sprecher Sven Pusswald. Auf eine stabile Sicherheitslage wartet auch die Asamer-Baustoffgruppe und die Strabag.

Vor den Kämpfen in Libyen hatte die OMV dort 33.000 Fass pro Tag Öl produziert, ein Zehntel der Gesamtproduktion des Konzerns. Die OMV ist in Libyen an insgesamt acht Öl-Feldern beteiligt. Seit März steht die Produktion dort aber still. Es gebe Schäden an der Infrastruktur, wie groß diese seien, könne man derzeit aber nicht abschätzen, so Pusswald weiter.

Libyen hatte vor dem Bürgerkrieg annähernd 1,8 Mio. Fass Öläquivalent (boe) Erdöl und Erdgas pro Tag produziert, rund 80 Prozent davon für den Export. Die Ölreserven des Landes werden auf über 46 Mrd. boe geschätzt. Sie sind laut der US-Energiebehörde EIA (Energy Information Administration) die größten Reserven auf dem afrikanischen Kontinent.

Dass die OMV ihre Produktion noch 2011 aufnehmen könnte, scheint unwahrscheinlich: Der in Wien ansässige Energieberater JBC Energy geht in einem Marktbericht davon aus, dass für das Erreichen der Produktion wie vor den Kampfhandlungen mindestens ein Jahr notwendig sein wird.

Auch Strabag und Asamer haben ihr Engagement in Libyen seit Monaten eingefroren: Der Bauriese hatte seinen Auftragsbestand in Libyen im Ausmaß von rund 350 Mio. Euro bereits für das erste Quartal 2011 aus den Auftragsbüchern herausgenommen. Die Asamer-Gruppe hatte ihre drei Zementfabriken bereits im Februar 2011 kontrolliert heruntergefahren.