Erstellt am 16. Februar 2012, 12:17

BA-Chef Cernko: Weiter Weg zurück zum Triple-A. Der Chef der Bank Austria, Willibald Cernko, geht davon aus, dass es noch ein weiter Weg sein wird, bis Österreich sein Triple-A-Rating zurück hat. Das werde noch Jahre dauern, sagte Cernko am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Vielleicht würden es drei bis sechs Jahre, bis die Republik das AAA-Rating wieder sicher in der Tasche habe.

Um das Rating der Bank Austria, der Österreich-Tochter der italienischen UniCredit, macht sich Cernko aktuell keine Sorgen - selbst wenn die Agentur Moody's am Donnerstag 114 europäischen Banken eine Überprüfung und damit schlechtere Noten angedroht hat. Standard & Poor's habe das Rating der Bank Austria vorigen Freitag belassen, während die Mailänder Mutter UniCredit in Italien zurückgestuft wurde. Cernko macht dafür die gute Kapital- und Liquiditätsausstattung der Bank Austria verantwortlich, aber auch das im Vergleich zu Italien viel bessere Staatsrating.

Das neue Sparpaket der österreichischen Regierung wertet Cernko bloß als ersten Schritt in die richtige Richtung. Für bedenklich hält Cernko, ein Stabilitätsprogramm an Aussagen festzumachen, "was kostet es den Mateschitz und den Treichl." Ihn selbst koste das Paket (namentlich die Solidarabgabe für Spitzenverdiener, Anm.) einige zehntausend Euro, sagte Cernko auf Nachfragen.

Generell vermisst auch Cernko im Sparpaket Strukturreformen. Auch seien viele Positionen mit Fragezeichen drin, etwa was die Finanztransaktionssteuer und die Abgeltungssteuer auf Vermögen in der Schweiz betrifft. Es reiche auch nicht, einige Großbaustellen zurückzunehmen. "Es fehlen die großen Wachstumsimpulse. Da muss noch einiges nachkommen." Man habe da 27 Milliarden Euro an Maßnahmen addiert. "Netto sieht die Welt schon ganz anders aus."