Erstellt am 22. Dezember 2010, 11:34

Bahnhofshalle Wiener Westbahnhof im neuen Glanz. In Wien wird am Mittwoch die historische Halle des Wiener Westbahnhofs nach umfangreicher Renovierung wiedereröffnet.

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Die Fertigstellung der "BahnhofCity" Wien-West rückt näher: Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist am Mittwoch die denkmalgeschützte Bahnhofshalle wiedereröffnet worden. Damit ist das Gebäude für die Öffentlichkeit nach zwei Jahren Bauzeit wieder zugänglich. Einen Premierenauftritt hatten bei der Eröffnungsfeier Bürgermeister Michael Häupl (S) und seine Stellvertreterin Maria Vassilakou (G): Sie absolvierten ihren ersten gemeinsamen Termin als Koalitionspartner. Auch Verkehrsministerin Doris Bures (S) und ÖBB-Vorstand Christian Kern waren anwesend.

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In vereinter Zweisamkeit zeigten sich Häupl und Vassilakou bei der Eröffnungsfeier: "Es geht uns sehr gut zu zweit, wir arbeiten gut zusammen", betonte Häupl. Vassilakou erzählte, dass die beiden sich sogar etwas zu Weihnachten geschenkt hätten. Was, werde allerdings nicht verraten. Einer Meinung waren sie auch in Bezug auf die sanierte Bahnhofshalle: "Es ist schön, dieses Baudenkmal wieder hergestellt und renoviert zu sehen", betonte die Chefin der Grünen. Der Bürgermeister freute sich, dass der "Charakter" der Halle erhalten geblieben sei.

In ihrer Rede äußerte Vassilakou außerdem einen Weihnachtswunsch: "Ich wünsche mir, dass Pendlerzüge auch weiterhin über Hütteldorf an den Westbahnhof angebunden werden." "Christkind" Kern versicherte umgehend, es sei "kein Problem, das zu erfüllen". Symbolisch für die Eröffnung des Halle überreichte Kern einen überdimensionalen Schlüssel an eine Gruppe Kinder. Mit der "BahnhofCity" Wien-West würden Werte geschaffen, die Generationen überdauern, betonte der ÖBB-Chef. Für Bures ist die künftige "BahnhofCity" Wien-West ein Beweis, dass "wir die Weichen richtig gestellt haben". Angesichts des Klimawandels müsse in die Bahn investiert werden.

Die unter Denkmalschutz stehende Bahnhofshalle wurde seit September 2008 renoviert. Unter anderem wurden die Natursteinplatten an der Decke demontiert, saniert und wieder befestigt. Rund 60 Prozent der Platten konnten wiederverwendet werden, der Rest stammt aus dem Original-Steinbruch im salzburgerischen Adnet. Überdies wurde mit Kunststeinen der Terrazzo-Boden aus den 50er Jahren originalgetreu nachgebildet.

Untergebracht sind in der Halle neben den Ticket-Schaltern der ÖBB auch 18 Geschäfte und Lokale. Zehn davon sind Gastronomiebetriebe. Die provisorische Verkehrsstation neben dem Bau wird am 3. Jänner 2011 geschlossen und in den darauffolgenden Wochen abgebaut.

Im November 2011 soll der gesamte Umbau des Westbahnhofs zur "BahnhofCity" Wien-West beendet werden. Mit den Bauarbeiten sei man im Plan, versicherte ein ÖBB-Sprecher der APA. Im Zuge dieses Projekts wird unterhalb der Bahnhofshalle ein Einkaufszentrum errichtet, im dem rund 100 Geschäfte Platz finden sollen. 85 Prozent der Verkaufsfläche sind laut ÖBB bereits vergeben. Neben der Halle entstehen zwei Neubauten, die zusätzliche Büroräume schaffen und ein Hotel beherbergen werden. 30 Prozent der Büroflächen sind bereits vermietet. Die Gesamtkosten für den Umbau des Westbahnhofs betragen rund 179 Millionen Euro.