Erstellt am 30. Mai 2011, 14:02

Bald weniger EU-Geld für Österreichs Bauern. Die österreichischen Bauern müssen sich ab dem Jahr 2014 voraussichtlich auf Kürzungen bei den EU-Agrarförderungen einstellen. Albert Deß, Agrarreform-Berichterstatter im Agrarausschuss des EU-Parlaments, rechnet damit, dass Österreich und Deutschland im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) "fünf, sechs, sieben Prozent" verlieren werden.

Die österreichischen Bauern müssen sich ab dem Jahr 2014 voraussichtlich auf Kürzungen bei den EU-Agrarförderungen einstellen. Albert Deß, Agrarreform-Berichterstatter im Agrarausschuss des EU-Parlaments, rechnet damit, dass Österreich und Deutschland im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) "fünf, sechs, sieben Prozent" verlieren werden.

Eine Förderkürzung von 25 Prozent, wie derzeit in Brüssel kolportiert wird, schloss der Agrarexperte aus. "Es geht sicher nicht in Größenordnungen von 20 bis 30 Prozent", sagte Deß im Gespräch mit dem "Standard". Derzeit erhalten die österreichischen Bauern und Lebensmittelindustriebetriebe rund 1,4 Mrd. Euro an EU-Agrargeldern pro Jahr.

Eine deutliche Korrektur wird es aber höchstwahrscheinlich bei der Verteilung der Agrarförderungen zwischen West- und Osteuropa geben. "Es wird eine gerechtere Verteilung geben müssen. Für mich sind die lettischen Bauern genauso wichtig wie die Deutschen", sagte Deß. Weil aber nur ein Viertel der Anbauflächen in den neuen EU-Staaten liege, sei die "Belastung jedoch nicht so dramatisch".

Der Agrarexperte fordert, dass "eine Angleichung möglichst schnell erfolgt, indem man vom Durchschnitt der Förderungen ausgeht. Niemand sollte weniger als 80 Prozent vom Durchschnitt bekommen, niemand mehr als 120 Prozent." Für Staaten wie wie Griechenland, Belgien, Dänemark würde dies zu größeren Einbußen führen, weil diese Länder deutlich über dem Durchschnitt liegen. In Malta erhält ein Bauer pro Hektar rund 800 Euro, in Griechenland bis zu 700 Euro, in Frankreich 500 und in Österreich 269 sowie in Staaten wie Lettland unter 100. Der europäische Durchschnitt liegt bei 271 Euro.