Erstellt am 18. März 2013, 10:37

Bank Austria mit 678 Mio. Verlust im 4. Quartal. Beteiligungsverluste und abermalige Firmenwertberichtigungen haben im Schlussquartal 2012 tiefrote Spuren in der Bilanz der Bank Austria hinterlassen.

Im vierten Quartal lag der Nettoverlust bei 678 Mio. Euro, wie die Bank am Montag mitteilte. Hauptgrund: Der Ausstieg aus dem teuren Kasachstan-Abenteuer. Im Gesamtjahr 2012 blieb trotzdem ein Nettogewinn von 423 Mio. Euro über. Im Vorjahr waren es 206 Mio. Euro gewesen. Die österreichische UniCredit-Tochter prüft Kapitalmaßnahmen, wie es in der Mitteilung hieß. Details werden in der Jahrespressekonferenz am Vormittag erwartet.

Insgesamt hatte die österreichische UniCredit-Tochter in der Bilanz 2012 einmalige Belastungen von mehr als 1 Mrd. Euro zu verdauen. Weil im ersten Quartal aber ein Sondergewinn von 126 Mio. Euro aus Hybridanleiherückkäufen verbucht werden konnte, lagen die Einmallasten im Gesamtjahr saldiert bei 879 Mio. Euro.

Die größte Belastung kam von der kasachischen Problembank ATF, deren seinerzeitige Überzahlung auf Null abgeschrieben werden musste und deren paktierter Verkauf an einen kasachischen Oligarchen nun ebenfalls nicht ohne Verlust abging. 2012 riss die Kasachstan-Bank im Vorfeld des Verkaufs ein Minus von 423 Mio. Euro in die Bank-Austria-Bücher.

Auf Null abgeschrieben wurde zudem die ukrainische Ukrsotsbank, was 165 Mio. Euro kostete. Sie hat ebenfalls die Planeinnahmen verfehlt.

Bankchef Willibald Cernko hob in der Mitteilung hervor, dass alle Sonderbelastungen aus dem operativen Ergebnis abgedeckt wurden. Fünf Jahre nach der Lehman-Krise sei die Bank Austria nach wie vor die einzige Großbank in Österreich, die auf Jahresbasis immer Gewinne geschrieben habe und ohne Staatsgeld auskam. Die harte Kernkaptalquote wird mit unverändert 10,6 Prozent beziffert.

Vor Risiko lag das Betriebsergebnis bei 2,7 Mrd. Euro (minus 7 Prozent), nach Kreditrisiko waren es 1,6 Mrd. Euro (minus 13 Prozent). Das Nettozinsergebnis, wichtigster Ergebnisbringer, blieb mit 4,37 Mrd. Euro (plus 1 Prozent) stabil. Der Provisionsüberschuss sank leicht um 2 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro, während das Handelsergebnis um fast die Hälfte auf 664 Mio. Euro zulegte.