Erstellt am 15. Dezember 2011, 13:29

Bank Austria wegen Falschberatung verurteilt. Wegen Falschberatung beim Kauf von Immobilienaktien ist ein Aktienkauf bei der Bank Austria in einem Musterprozess, den der Verein für Konsumenteninformation (VKI) führte, erfolgreich wegen Irrtums angefochten worden.

Die Bank wurde auf Zahlung des Kaufpreises von rund 45.000 Euro verurteilt. Die Revision wurde als nicht zulässig erklärt, teilte der VKI am Donnerstag mit.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) führte im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums einen Musterprozess gegen die Bank Austria (BA). Deren Bank-Berater hatte einer versierten Anlegerin den Kauf von 2.000 Stück Aktien der CA-Immo empfohlen. Diese Aktien seien "sicherer" als andere Aktien, da dahinter Immobilien stünden und mit einem sicheren Ertrag von fünf Prozent zu rechnen sei. Das Oberlandesgericht bestätigte nun ein Urteil des Handelsgerichtes Wien, wonach die Konsumentin von der Bank in Irrtum geführt worden sei und daher den Aktienkauf zu Recht wegen Irrtums angefochten habe, so der VKI.

Die Klägerin hatte bei der Bank Austria ein Wertpapierdepot mit verschiedenen Fonds und auch Einzelaktien. Sie wollte rund 45.000 Euro sicher und ertragreich investieren und ihr Berater riet ihr zum Ankauf von Immobilienaktien der CA Immo. Der Berater habe nicht über das Risiko von Wertschwankungen und über ein Teil- oder Totalkapitalausfallsrisiko informiert. Wenn er dies getan hätte, hätte die Anlegerin die Aktien nicht erworben. Die Gerichte gehen von einem wesentlichen Geschäftsirrtum aus: Der Erwerber meine, dass das von ihm erworbene Wertpapier anders als andere Aktien ein grundlegend geringeres Risiko des Kursverlustes oder langfristigen Ausfalles hätte.

Auch Berater in Banken hätten die Kunden oft in einer Sicherheit gewiegt, die nicht den Produkten entsprach, resümiert Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI. Falschberatungen bei Immobilienaktien seien daher nicht nur ein Problem für den AWD, gegen den der VKI für rund 2.500 Geschädigte fünf Sammelklagen führt, sondern auch für die Banken.