Erstellt am 02. Mai 2013, 00:00

Bank Burgenland in Zahlen. Bank-Burgenland-Bilanz / Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Gerhard Nyul sprach mit der BVZ über das Bankgeheimnis, die Finanzkrise und wie die Kunden darauf reagieren.

Gerhard Nyul: „Wir sehen durchaus eine gute Zukunft für die klassische Regionalbank.“Millendorfer  |  NOEN, unknown

BVZ: Trotz der schwierigen Wirtschaftslage können Sie ein positives Jahresergebnis vorweisen. Wo sehen Sie die Stärken der Bank Burgenland?
Gerhard Nyul: Mit der Jahresbilanz sind wir sehr zufrieden. Als klassische Regionalbank können wir durch Kundennähe und Kenntnis des regionalen Marktes punkten. Deshalb setzen wir auch auf die einzelnen Standorte und haben nicht vor, Filialen zu schließen.

Die Sopron Bank musste jedoch Standorte schließen … 
Aufgrund der Gegebenheiten des Marktes und der Vorgaben der Politik bereitet uns unsere Tochterbank nach wie vor Sorgen. Deshalb gab es im Vorjahr auch eine Restrukturierung. Man hat irgendwie den Eindruck, dass österreichische Banken in Ungarn zurzeit nicht besonders erwünscht sind. Aber wir gehen davon aus, dass sich die Lage normalisieren wird und glauben auch weiterhin an die Sopron Bank.

Wie beurteilen Sie generell die Finanzsituation in Europa?
Was die Finanzkrise betrifft, ist es aus meiner Sicht notwendig, die Defizite der Länder zu reduzieren. Das ist überall eine Gratwanderung zwischen Sparkurs und einem Ankurbeln der Wirtschaft. Allein durch das Sparen wird es nicht gehen – es sind auch Investitionen nötig.

Hierzulande sorgt die Debatte um das Bankgeheimnis für Aufregung. Sollte es gelockert werden?
Aus Sicht der Kunden wäre es wünschenswert, wenn das Bankgeheimnis aufrecht bleibt. Aus Sicht der Banken wünsche ich mir eine sachlichere Diskussion. Oft wird vergessen, dass ja grundsätzlich alle Spareinlagen versteuert sind.

Hat sich das Sparverhalten der Kunden geändert?
Mit der Krise wurde immer stärker in Immobilien investiert. Trotz niedriger Zinsen ist das Sparbuch weiter die klare Nummer eins. Die Kunden setzen auf konservative Veranlagungsformen, weil ihnen die Sicherheit am wichtigsten ist.


Bank Burgenland in Zahlen

  • Die GRAWE-Bankengruppe mit der Bank Burgenland an der Spitze erzielte 2012 ein Konzernergebnis von 22,6 Millionen Euro.
  • Die Bank Burgenland bilanziert mit einem Jahresergebnis von 16,8 Millionen Euro. Damit ist es gelungen, das Ergebnis von 2011 zu verdoppeln.
  • Durch Filialschließungen in Ungarn und die hohe ungarische Bankensteuer bilanziert die Bank-Burgenland-Tochter Sopron Bank im Jahr 2012 mit einem Minus von 1,1 Millionen Euro.
  • Im Jahresschnitt beschäftigte die Bank Burgenland im Vorjahr rund 290 Mitarbeiter. Neben den zwölf bestehenden Filialen im Burgenland und einer Zweigstelle in Graz wurde in Wien im Vorjahr noch ein zweiter Standort im Palais Esterházy eröffnet.