Erstellt am 29. August 2012, 19:58

Bank Burgenland musste Ungarn-Lasten und Großinsolvenz verkraften. Die Bank Burgenland hat im ersten Halbjahr 2012 beim Halbjahresergebnis (nach Steuern) einen Rückgang um 10,2 Prozent auf 10,8 (erstes Halbjahr 2011: 12,1) Mio. Euro verbucht.

 |  NOEN, BilderBox
Einmalbelastungen der Ungarn-Tochter und die Großinsolvenz der Bioenergie Burgenland hätten verarbeitet werden können, so die Bank im am Mittwoch veröffentlichten Halbjahresbericht.

"Der Geschäftsverlauf der Grawe-Bankengruppe war in unserem Heimatmarkt Österreich im ersten Halbjahr durchaus erfolgreich. So sind wir in der Lage, die Einmalkosten im Zusammenhang mit der Restrukturierung der Sopron Bank zu kompensieren", so Vorstandsvorsitzender Christian Jauk in einer Presseaussendung.

Tiefgreifende Strukturanpassungen bei der ungarischen Tochter Sopron Bank befänden sich in der Umsetzungsphase und würden sich auch in entsprechenden Einmalkosten - die nicht beziffert werden - niederschlagen. Dagegen habe der neu aufgestellte Immobilienbereich einen wesentlichen Beitrag zur künftigen Refinanzierungsstruktur geleistet. Die Spareinlagen konnte weiter gesteigert werden, heißt es im Geschäftsbericht.

Weiters weißt der Bank-Vorstand darauf hin, dass die Finanzprokuratur eine im Jahr 2008 erhaltene Sonderdividende der Hypo Alpe Adria Bank in Höhe von 20,7 Mio. Euro zuzüglich 5,8 Mio. Euro Zinsen zurückfordere, da diese unrechtmäßig zustande gekommen sei. Dieser Aufforderung sei bisher nicht Folge geleistet worden, weil aus Sicht der Bank dieser Anspruch nicht gerechtfertigt sei. Die darauffolgende Klage der Kärntner Bank habe man beantwortet.

Die Liquiditätsbeschaffung bzw. Änderung der Finanzierungsstruktur weg von landesbehafteten Kapitalmarktemissionen bezeichnet der Vorstand als die künftigen Hauptthemen. In Ungarn liege das Hauptaugenmerk auf einer nachhaltigen Wiederherstellung der Ertragskraft der Sopron Bank bei niedrigem Risikoprofil. Die Bank könne optimistisch ins zweite Halbjahr blicken, so der Vorstand.

Im Detail kam es beim Zinsüberschuss zu einem leichten Rückgang um 1,7 Prozent auf 35,7 (36,4) Mio. Euro. Die Kreditrisikovorsorgen verringerten sich um 21,5 Prozent auf 4,4 (5,6) Mio. Euro, das Provisionsergebnis verschlechterte sich um 5,9 Prozent auf 20,0 (21,2) Mio. Euro.

Das Handelsergebnis verschlechterte sich deutlich, hier wurde ein Verlust von 3,9 nach einem Gewinn von 1,0 Mio. Euro eingefahren. Auch beim sonstigen betrieblichen Erfolg kam es zu einer deutlichen Verschlechterung auf -0,6 (+2,9) Mio. Euro. Geholfen hat dem Ergebnis eine Aufwertung von Finanzinstrumenten von netto 1,76 (0,4) Mio. Euro. Somit ergab sich im ersten Halbjahr ein geringeres Vorsteuerergebnis von 11,8 (13,3) Mio. Euro.

Die Bilanzsumme verringerte sich leicht auf 4,31 (4,36) Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote (Tier Ratio 1) betrug 13,1 Prozent.