Erstellt am 05. März 2012, 19:03

Bankangestellte haben Streikdrohung in Hinterhand. Die Bankangestellten haben heute Montagnachmittag bei einer Demonstration in Wien und bei Kundgebungen in den Bundesländern ihrem Unmut über zu magere Angebote der Arbeitgeber bei den Kollektivvertragsverhandlungen Luft gemacht.

Nach Angaben der Privatangestellten-Gewerkschaft GPA-djp nahmen über 3.000 Beschäftigte der Finanzbranche an einer Demonstration in der Bundeshauptstadt teil.

Der Sternmarsch führte von den Zentralen von Bank Austria, BAWAG PSK und Raiffeisenbank International zur Zentrale der Erste Group am Graben in der Innenstadt. Auf Transparenten hieß es "Vorstände kriegen immer mehr - bei Beschäftigten sparen ist nicht fair", und "Mitarbeiter sind nicht schuld an der Bankenkrise". Die Polizei ortete bei der Abschlusskundgebung in Wien gut 1.000 Teilnehmer. Auch in Linz, Graz, Klagenfurt und Salzburg sowie in Tirol und Vorarlberg kam es laut GPA-djp zu Protesten.

Einen Reallohnverlust werde man nicht hinnehmen, sagte GPA-djp-Verhandlungsleiter und Betriebsratsvorsitzender der Bank Austria, Wolfgang Heinzl, bei der Abschlusskundgebung. Die Beschäftigten wollten eine "kräftige Gehaltserhöhung" und die Gleichstellung von Frauen und Männern durchsetzen. Die Karenzzeit solle für alle dienstzeitabhängigen Ansprüche anrechenbar sein. Sollten die Arbeitgeber nicht einlenken, könne ein Streik nicht ausgeschlossen werden.

GPA-djp-Chef Wolfgang Katzian bestätigte, dass der ÖGB für einen Streik schon Grünes Licht gegeben habe. Die Bankangestellten könnten also sofort streiken, wenn es notwendig sei.

An einer Urabstimmung unter den rund 80.000 Beschäftigten der Finanzbranche nahmen 43.000 teil. 98 Prozent davon erwarten "vernünftige Gehaltserhöhungen", hieß es heute bei der Kundgebung.

Die nächste Verhandlungsrunde findet morgen Dienstag statt. In der vierten Verhandlungsrunde Ende Februar hatten die Belegschaftsvertreter eine Erhöhung der Gehälter um 3,7 Prozent plus 6 Euro gefordert. Das Angebot der Arbeitgeber lag bei 1,5 Prozent plus 26 Euro.