Erstellt am 12. März 2013, 16:30

Banken-KV: Verhandlungen stocken, Proteste starten. In den diesjährigen Banken-Kollektivvertragsgesprächen blasen die Arbeitnehmervertreter zum Angriff.

Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden wurden am Dienstag bei einer Betriebsratskonferenz die nötigen Beschlüsse für weitere Protestmaßnahmen gefasst, wie die GPA-djp am Nachmittag mitteilte. Am 18. und 19. März werden, wie bereits angekündigt, in den Banken Betriebsversammlungen abgehalten. An den beiden Tagen sollen die Bankbeschäftigten in ganz Österreich während der Arbeitszeit über den Stand der Dinge informiert werden. Die KV-Verhandlungen gehen dann am 20. März weiter.

Die Gewerkschaft warf den Arbeitgebern vor, die Organisation der Betriebsversammlungen durch "Störmanöver" zu behindern. Vereinzelt wollten Institute außerdem Betriebsräten die Teilnahme an der Konferenz am Dienstag erschweren. Das empörte den Chefverhandler der Arbeitnehmer und Oberbank-Betriebsrat Pischinger besonders. Er pocht auf das gesetzlich verankerte Informationsrecht.

GPA-Vizechef Proyer sprang ihm zur Seite: "Sollten die Arbeitgeber ernsthaft eine einseitige Erhöhung der Bezüge ohne kollektivvertragliche Einigung erwägen, wird die gesamte GPA-djp auf diesen Bruch der Sozialpartnerschaft entsprechend zu antworten wissen."

Zu Beginn der Verhandlungen hatte die Gewerkschaft 3,7 Prozent mehr Gehalt gefordert. Auch nach zwei Runden liegen die Tarifparteien weit auseinander. Das Arbeitgeber-Angebot ist gestaffelt: Demnach sollten die KV-Gehälter bis 2.200 Euro um 2,4 Prozent erhöht werden, zwischen 2.200 und 3.300 Euro wurden 1,2 Prozent geboten und für KV-Gehälter über 3.300 Euro plus 0,6 Prozent. Der Kollektivvertrag gilt für rund 80.000 Beschäftigte im Kreditwesen.