Erstellt am 25. Juli 2011, 14:11

Bau von weiteren Wasserkraftwerken birgt Gefahren. Beim Ausbau der erneuerbaren Energie spielen kleine Wasserkraftwerke, die gemäß dem neuen Ökostromgesetz auch gefördert werden, eine Rolle. Umweltschützer sehen dies kritisch, berichtet das ORF-Morgenjournal.

Rund 330 neue Kleinkraftwerke sollen bis 2020 entstehen, so Martina Prechtl, Geschäftsführerin des Verein Kleinwasserkraft. Derzeit sind es mehr als 2.600 Anlagen.

Ausbaupotenzial sehe man vor allem in Tirol, der Steiermark und Kärnten, aber auch in anderen Bundesländern. Umweltdachverband-Präsident Gerhard Heilingbrunner kritisiere vor allem die Bundesländer und warne, dass jetzt ein Kampf um jeden Fluss beginne.

In Tirol beispielsweise gebe es überhaupt keine strategische Planung. "Es kommen einfach Gemeinden, Private und Firmen daher und sagen, ich möchte an diesem Fluss jetzt ein Kraftwerk errichten. Es ist ein richtiger Wettkampf um die schönsten Naturparadiese Österreichs." Sorgen mache sich Heilingbrunner etwa über Projekte an der Enns, der Mur, der Lieser, aber vor allem über Projekte in Osttirol.

Die Förderung durch das neue Ökostromgesetz sei zuviel und widerspreche in vielen Bereichen auch der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die vorgebe, den guten ökologischen Zustand der Gewässer zu erhalten und zu verbessern. "Weil jedes Kraftwerk bringt automatisch eine Verschlechterung mit sich", so Heilingbrunner. Ein Problem sei auch, dass sehr kleine Kleinwasserkraftwerke keine Umweltverträglichkeitsprüfung brauchten.

Laut Prechtl müssen sich die Betreiber sehr wohl an EU-Umweltvorgaben halten. Gewässerökologie und Wassernutzung seien unter bestimmten Voraussetzungen vereinbar. Der Umweltdachverband hoffe auf großen Widerstand seitens der Bevölkerung, heißt es im ORF-Radio.

Derzeit speisen laut Verein Kleinwasserkraft mehr als 2.600 Kleinwasserkraftwerke Strom in das öffentliche Versorgungsnetz ein. Sie decken damit rund 9 Prozent des heimischen Strombedarfs bzw. versorgen rund 1,6 Millionen Haushalte. Diese Strommenge entspreche in etwa der Produktion von fünf bis sechs Donaukraftwerken in der Größe von Wien-Freudenau.