Erstellt am 16. Mai 2011, 14:39

Bauern kritisieren Käfig-Eier in Gastronomie. Landwirtschaftskammer und Eierproduzenten kritisieren die Verwendung von Käfigeiern in der heimischen Gastronomie und im Nahrungsmittelsektor.

Landwirtschaftskammer und Eierproduzenten kritisieren die Verwendung von Käfigeiern in der heimischen Gastronomie und im Nahrungsmittelsektor. Seit Anfang 2009 ist die Produktion von Käfigeiern in Österreich verboten, aber nicht der Import. Die Gastronomie greife zum Teil "mit Vergnügen" zu Käfigeiern, sagte Benjamin Guggenberger, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Frischei.

Der Anteil der österreichischen Eier in der Gastronomie sei von 70 Prozent auf 30 bis 40 Prozent abgesackt. Landwirtschaftskammer, AMA Marketing und EZG Frischei fordern nun eine Eier-Kennzeichnungspflicht in der Gastronomie und im Nahrungsmittelbereich. Konsumenten sollten zum Beispiel anhand der Speisekarte in der Gastronomie entscheiden können, ob sie "ein slowakisches Käfigei oder ein österreichisches Ei aus Bodenhaltung" haben wollen, so Guggenberger.

Im Handel seien zum Vergleich keine Käfigeier mehr erhältlich. 1.733 österreichische Eierproduzenten produzierten im Jahr 2010 rund 1,4 Mrd. Eier. Davon gingen rund 40 Prozent in die Gastronomie und Hotellerie, 34 Prozent in den Lebensmitteleinzelhandel und 22 Prozent in die verarbeitende Industrie. Der Rest werde als Jausen- und Ostereier verkauft.

In der verarbeitenden Industrie sei das "Ei nicht mehr sichtbar", sagte AMA-Marketing-Chef Stephan Mikinovic. Die AMA startet deswegen ein Gütesiegel für Eierprodukte. "Immer mehr Nahrungsmittelproduzenten wie Bäckereien, Konditoreien, Nudelerzeuger stellen auf die Verwendung von Flüssigei um." Ab jetzt können Eierprodukte wie Eigelb, Eiklar und pasteurisiertes Vollei mit dem AMA-Gütesiegel gekennzeichnet werden.

Ab Anfang 2012 gilt dann in allen 27 EU-Staaten das Käfighaltungsverbot. Landwirtschaftskammer-Präsident Wlodkowski warnte aber davor, Ländern wie Polen wegen Umstellungsproblemen einen Aufschub beim Käfigverbot zu gewähren.