Erstellt am 25. Juli 2012, 00:00

Bauern machen sich vom Acker. ERNTE-AUSFÄLLE / Immer mehr burgenländische Landwirte geben ihre Arbeit auf. Die Gründe dafür sind unter anderem knappe Ernten und unsichere Produktpreise.

VON DORIS SEEBACHER

Seit dem Jahr 2007 ist im Burgenland der Ackerbau um 12,3 Prozent zurückgegangen. Die Gründe dafür seien laut Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger im permanent vorhandenen Marktdruck und den unsicheren Produktpreisen zu suchen. „Seit dem EU-Beitritt im Jahr 1995 gibt es um 61 Prozent weniger landwirtschaftliche Betriebe“, klärt Hautzinger auf: „Manche Bauern gehen in Pension und haben keine Nachfolger, andere wechseln in einen anderen Beruf, weil ihnen das Einkommen zu gering ist.“

Auch die heurige Getreideernte ist bislang relativ mager ausgefallen. „Die lang anhaltende Trockenheit vom Herbst bis über den Winter und wenig Feuchtigkeit – dann der Frost und die tropische Hitze“ nennt Hautzinger als Gründe für die Ausfälle. Vor allem im Norden des Burgenlandes liegt der Ernteertrag 15 bis 20 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

EU-Ausgleichszahlungen  als Mittel gegen Pleiten

 

Gäbe es von der EU keine Ausgleichszahlungen für die Landwirte, so würden die meisten heuer gar kein Einkommen über die Produktion erzielen, meint Hautzinger: „Und trotzdem geben jährlich etwa 200 Bauern auf. Ohne diese Ausgleichszahlungen wäre der Rückgang noch dramatischer.“

Auch in anderen Ländern Europas ist die Getreideernte zuletzt geringer ausgefallen als sonst. „Und die Getreidelager sind nicht gerade überfüllt“, erklärt Hautzinger, warum es so besonders wichtig wäre, eine gute Ernte einzufahren. Auf die Brotpreise wird die heurige Ernte jedoch kaum Auswirkungen haben, denn der Anteil des Rohstoffes Getreide an einem Kilogramm Brot beträgt nur rund vier Prozent.