Erstellt am 02. April 2014, 07:02

bauMax: "Wesentlichen Beitrag" von Banken erwartet. Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) sieht bei einer allfälligen Rettung der Baumarkt-Kette bauMax die Banken am Zug.

Von diesen müsse ein "wesentlicher Beitrag" kommen, sagte er im ORF-"Report" am Dienstag. Für den von bauMax-Unternehmer Karlheinz Essl vorgeschlagenen Ankauf dessen Kunstsammlung durch die Republik gebe es im heurigen Budget "keinen Spielraum", man müsse andere Lösungen finden.

Banken hätten "Risiko mitübernommen"

Ostermayer verwies darauf, dass die kolportierten Kosten für die Rettung der angeschlagenen Baumarkt-Kette in Höhe von einer Mrd. Euro nicht mit dem Verkauf der Kunstsammlung gelöst werden könnte. "Es müsste auch ein Beitrag von den Banken kommen, damit insgesamt es diese Lösung geben kann", so Ostermayer. Es gehe ihm vor allem um die Sicherheit der rund 4.000 in Österreich betroffenen Beschäftigten, um eine Jobgarantie.

"Wenn überhaupt jemand diese Garantie geben kann, dann sind es die Banken", so der Minister. Er sieht die Banken auch deshalb am Zug, da diese ja auch "das Risiko mitübernommen" hätten, indem sie die entsprechenden Kredite gegeben haben.

Bei Sammlungs-Kauf stelle sich die Finanzierungsfrage

Zum Vorschlag Essls, die Republik solle die Sammlung um 86 Mio. Euro kaufen, meinte Ostermayer: "Es heißt ja nicht automatisch, dass der Bund kaufen muss. Ich sehe meine Aufgabe auch so, dass es um Brücken bauen geht, vielleicht gibt es auch andere Lösungen, die dazu führen, dass diese Arbeitsplätze erhalten werden."

Und selbst wenn sich der Bund entscheiden sollte, die Sammlung zu kaufen, "stellt sich auch die Frage, wie wir das finanzieren - müsste das auf einmal finanziert werden oder auf längere Zeit". Zur Beantwortung dieser Fragen sei es aber "jetzt viel zu früh".

Zerschlagung und Folgen für Kunstmarkt am Runden Tisch

Auch ein Ergebnis, dass die Sammlung an die Banken gehen würde - "und das dann für eine Garantie für die Arbeitsplatzsicherheit sorgen würde", würde Ostermayer unterstützen. Einem Ergebnis des für Mittwoch angesetzten Runden Tisches im Kanzleramt wollte der Minister freilich nicht vorgreifen.

Angesprochen auf jene 18 Mio. Euro an Kredit-Haftungen, für die der Bund im Zuge des Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetzes von 2009 haftet, sagte Ostermayer, diese würden nur dann schlagend werden, wenn das Unternehmen noch heuer in Insolvenz gehen würde. Denn dieses Haftungen würden nur bis Ende 2014 laufen.

Auch die Frage, welche Auswirkungen eine allfällige Zerschlagung der Sammlung auf den Kunstmarkt haben würde, will Ostermayer beim Runden Tisch erörtern. Dazu werde er sich im Vorfeld u.a. auch noch mit den Direktoren der Bundesmuseen treffen, sagte er.