Erstellt am 24. August 2011, 00:00

BEGAS-PLÄNE. HEILIGENKREUZ / 2011 hätte die Anlage bereits in Betrieb gehen sollen. Derzeitiger Stand: Baubeginn frühestens Ende 2012.

Mit viel Aktionismus versuchten die Grünen, den Bau der Reststoffverwertungsanlage in Heiligenkreuz zu verhindern.SEEBACHER  |  NOEN
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VON CARINA GANSTER UND DORIS SEEBACHER

Über fünf Jahre ist es nun her, dass die BEGAS ihre Pläne zu einer thermischen Reststoffverwertungsanlage in Heiligenkreuz präsentierte. 250.000 Tonnen Restmüll sollten dort verbrannt werden und so günstige und saubere Energie an die Lenzing Fibers liefern.

Ebenso lange wehren sich nun auch schon Bürgerinitiativen, die Grünen sowie Anrainer gegen dieses Projekt. Hauptgegenargument: Mindestens 120.000 Tonnen Restmüll müssten aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland angekarrt werden. Momentan scheint es jedoch, als herrsche vollkommener Stillstand bei dem Projekt, denn seit Monaten ist nichts mehr davon zu hören. Außer Gerüchten: Zu wenig Müll und zu hohe Kosten könnten das Projekt gefährden.

BEGAS: „Projekt könnte  Ende 2012 starten“

„Wir warten ab, bis wir Ende 2012 den letzten Bescheid bekommen, um kein Risiko einzugehen“, so BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl. Mehr sei dazu momentan nicht zu berichten, dann es hätte sich sonst nichts an den ursprünglichen Plänen geändert. Nennenswerte Mehrkosten seien bis dato nicht angefallen. Verträge mit Mülllieferanten gebe es jedoch noch nicht.

Grüne glauben nicht  mehr an das Projekt

„Selbst die bestehenden Verbrennungsanlagen in Österreich sind nicht ausgelastet, wie soll dann eine neue ausgelastet sein“, ärgert sich die Grüne Nationalratsabgeordnete Christine Brunner. Außerdem: „Heiligenkreuz wird laut Greenpeace-Recherchen weder aus Österreich noch aus Ungarn oder Slowenien Müll bekommen.“ Und: „Hätte die BEGAS auf die Bürgerinitiative und die Grünen gehört, hätten sie sich viel Geld für so ein sinnloses Projekt erspart.“

Ob die Reststoffanlage in Heiligenkreuz gebaut wird, soll frühestens Ende 2012 entschieden werden. Geht es nach der BEGAS, sollen am Standort 250.000 Tonnen Restmüll verbrannt werden.

Für 1. Oktober hat die BEGAS indes eine neuerliche Gaspreiserhöhung angekündigt. Ein Durchschnittshaushalt im Burgenland wird dann um etwa 48 Euro im Jahr mehr für Gas bezahlen.