Erstellt am 06. September 2013, 12:24

BEGAS: Provision für Versicherungsmakler beschäftigt Justiz. In der BEGAS-Affäre beschäftigt nun eine Provision für einen Versicherungsmakler die Justiz: Die Anwälte der Energie Burgenland haben Strafanzeige wegen mutmaßlicher Malversationen erstattet.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
Das bestätigte das Unternehmen am Freitag. Laut der Anzeige soll die BEGAS im März 2002 unter Vorstand Rudolf Simandl 18,72 Mio. Euro für drei Lebensversicherungen aufgewendet haben. Einem Versicherungsmakler soll das Unternehmen nach Abschluss 341.929 Euro überwiesen haben.

Auffällig niedrige Verzinsung: Weitere Provisionen bezahlt?

Der Makler argumentiere, diesen Betrag von der BEGAS als Honorar erhalten zu haben, weil von der Versicherung "keine übliche Maklerprovision geflossen sei", berichteten Medien.

Der von der Kanzlei Lansky, Ganzger und Partner im Auftrag der Energie Burgenland erstatteten Anzeige zufolge soll es jedoch in den BEGAS-Unterlagen keine Honorarvereinbarung geben, wie dies der Makler behaupte.

Die auffällig niedrige Verzinsung - im März 2012 wurden aus den Versicherungen rund 18,8 Mio. Euro an die BEGAS ausgeschüttet - lege den Verdacht nahe, dass weitere zusätzliche Provisionen zum Nachteil des Erdgasversorgers bezahlt worden seien.

Vielzahl von Fakten aufgetaucht: "Da ist einiges passiert"

Einen Vergleich mit dem Ex-BEGAS-Chef Simandl im laufenden Zivilprozess halte er für "ausgeschlossen", meinte kürzlich BEWAG-Vorstandssprecher Michael Gerbavsits. Die beiden durchgeführten BEGAS-Sonderprüfungen hätten "eine Unmenge von Verfehlungen" aufgezeigt.

Im Zuge dieser Prüfung seien "eine Vielzahl von Fakten aufgetaucht, die wir regelmäßig auch mit Sachverhaltsdarstellungen der Staatsanwaltschaft übermitteln", sagte Gerbavsits bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten. Auch ein Gutachten über die BEGAS-Auftragsvergaben war in Auftrag gegeben worden: "Da zeichnet sich doch ab, dass da einiges passiert ist."

Rund 16.000 Dokumente aufzuarbeiten

Eine Schadenssumme könne man noch nicht nennen. Es werde auch einige Bereiche geben, "die nur die ermittelnden Behörden klären können", so die Einschätzung des Energie-Burgenland-Vorstandssprechers.

"Ich denke, dass wir am 27. September den Aufsichtsrat über das Ergebnis der Sonderprüfung informieren werden können", so Gerbavsits. Mit den Ermittlungsbehörden habe man produktiv zusammengearbeitet: "Ich glaube, dass wir alles, was wir tun konnten, getan haben."

Für Wirtschaftsprüfer und Ermittler gibt es in der Causa eine Menge zu tun: Rund 16.000 Dokumente wurden im Zuge der Sonderprüfung elektronisch erfasst.