Erstellt am 23. Mai 2011, 14:53

Bei Agrarförderungen drohen massive Einbußen. "Massive Verluste" würden bei den EU-Agrarförderungen ab dem Jahr 2014 drohen, sagt Landwirtschaftsminister Berlakovich in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten". Kolportiert wird eine Kürzung des EU-Agrarbudgets von 25 Prozent (2010: 58 Mrd. Euro).

Ziel sei es, dass die "österreichischen Bauern nichts verlieren". Ein langer und harter Verhandlungsweg stehe bevor, so Berlakovich. Ende Juni wird die EU-Kommission einen Haushaltsvorschlag für den Zeitraum 2014 bis 2020 vorstellen. Wenig später im Herbst folgt EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos mit einem Gesetzesvorschlag für die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Klaus-Dieter Borchardt, Direktor in der Agrar-Direktion der EU Kommission, stellte am Montag bei der Enquete "Gemeinsame Agrarpolitik 2013" in Wien, die Eckpunkte der Reformvorschläge vor:

Das neue Modell der Agrar-Direktzahlungen solle "mehr Gerechtigkeit" bieten. Die Flächenprämien sind derzeit in Europa ungleich verteilt. In Malta erhält ein Bauer pro Hektar rund 800 Euro, in Belgien 470 Euro, in Österreich 269 Euro und in den baltische Staaten nur zwischen 50 bis 150 Euro. Der europäische Durchschnitt liegt bei 271 Euro. "Hier müssen wir einen Korridor schaffen in dem sich die Beiträge einpendeln", sagte Borchardt.

Das neue Direktzahlungsmodell (erste Säule) werde an fünf Elementen ausgerichtet: Eine Betriebsprämie (gebunden an Fläche und öffentliche Leistung), eine Umweltprämie, eine Zahlung für standortbedingte Nachteile und eine Förderung für Kleinerzeuger und Kleinlandwirte sowie eine begrenzte gekoppelte Zahlung. "Die Direktzahlungen werden gedeckelt", sagte Borchardt. Eine Kappung werde aber "sozialverträglich" eingeführt werden. In der zweiten Säule (ländliche Entwicklung) werde es eine Neuverteilung der Mittel geben und keine "historische Mittelverteilung" mehr. Damit ergebe sich eine "große Herausforderung für Österreich".