Erstellt am 11. März 2012, 15:05

Bei der AUA läuft der Countdown zum Sparpaket. Am Dienstag will die neue AUA-Führung unter Jaan Albrecht ein Sparpaket für die in roten Zahlen feststeckende Lufthansa-Tochter AUA festzurren.

Sein drastischer Vorstoß, einseitig die Kollektivverträge für das Bordpersonal, darunter die Piloten, zu kündigen, hat vor allem zu heftigem Unmut geführt, nicht aber zu inhaltlichen Annäherungen.

Dennoch will der Betriebsrat sich nicht in einen Streik treiben lassen, fürchtet er doch sonst für den Niedergang der ehemals staatlichen heimischen Airline verantwortlich gemacht zu werden. Die nächsten beiden Tage sollen noch für Verhandlungen genutzt werden.

Die AUA-Führung hat den Kollektivvertrag Bord gekündigt. Ziel ist es, die AUA-Piloten und Flugbegleiter in den deutlich schlechter bezahlten Kollektivvertrag der Regionalflugtochter Tyrolean zu drängen, entweder durch eine Anpassung des AUA-KV oder durch den Betriebsübergang der AUA (und der Lauda) auf Tyrolean. Sogar von einer Umgründung der AUA auf Basis von Tyrolean ist die Rede, obwohl Juristen dieses Vorhaben als nicht so einfach umsetzbar einstufen. Die AUA will am 13. März beim Sonder-Aufsichtsrat das Sparpaket beschließen, am 14. März soll es der Mutter Lufthansa präsentiert werden.

Die AUA will sich die hohen Pilotengehälter und die im Kollektivvertrag enthaltenen automatischen Vorrückungen ersparen. Allerdings haben nur 338 der 578 AUA-Piloten alte, hoch dotierte Verträge, schreibt die "Presse". Ihnen stehe bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber eine Abfertigung zwischen 30 (bei zehnjähriger Zugehörigkeit) und 39 Monatsgehältern (ab 25 Jahren) zu. Angesichts von Durchschnittsgehältern von 8.000 Euro für Kopiloten und 13.000 Euro für Kapitäne, die nach KV-alt bezahlt werden, ergebe dies Abfertigungen zwischen 250.000 und 500.000 Euro pro Kopf. Die Piloten würden sich überlegen, kollektiv die Übernahme in den Tyrolen-KV abzulehnen und dann Abfertigungen zu beanspruchen. Zugleich hat die Konkurrenzfluglinie Emirates öffentlich Interesse an der Übernahme von AUA-Piloten geäußert. In Summe drohen der AUA damit der Verlust zahlreicher erfahrener Piloten gepaart mit hohen Abfertigungsansprüchen.

Die AUA steht bei ihren Bemühungen unter Druck von ihrer Mutter Lufthansa, die im neuen Sparprogramm "Score" das 1,5 Mrd. Euro im Jahr einsparen will.