Erstellt am 23. Mai 2012, 00:00

Belohnung für gesunde Chefs. VORSORGE / Die Sozialversicherung (SVA) lobt die stark gestiegene Präventionskultur der burgenländischen Unternehmer.

Mehr Rechte wünscht sich die SVA bei der Handhabung von Mahnungen. »Wir brauchen mehr Möglichkeiten, um individueller auf schwierige Situationen eingehen zu können«, so Peter McDonald, geschäftsführender Obmann der SVA. Das Finanzministerium könne in begründeten Fällen Steuerschulden erlassen, um einen Betrieb am Leben zu halten. »Die SVA hat diese Möglichkeit im Moment noch nicht«, so McDonald. FOTO: WERNER MÜLLNER  |  NOEN

VON MARKUS STEFANITSCH

Im Burgenland waren im ersten Quartal 2012 rund 14.000 Personen bei der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) versichert - Tendenz steigend, denn mit Ende 2007 waren es noch fast um 3.000 Personen weniger. Trotzdem kämpft die SVA um mehr Geld und um mehr Rechte. „Während die Gebietskrankenkassen in den letzten Jahren eine Milliarde Euro erhalten haben, um ihre Überschuldung auszugleichen, hat die Bundesregierung bei uns versucht, über Reduktion von Zuschüssen Geld abzuzweigen“, erklärt Peter McDonald, geschäftsführender Obmann der SVA. „2011 haben wir aber dann doch den Turnaround geschafft“, so McDonald.

Wer seine Ziele erreicht,  zahlt weniger Selbstbehalt

In Zukunft setzt man bei der SVA nun auf Prävention, gepaart mit Belohnungen für vorbildliche Firmenchefs, die sich freiwillig einem Gesundheitscheck unterziehen und dabei gewisse Ziele erreichen. „So, wie Unternehmer einen Businessplan erstellen, so wäre es auch wichtig, dass sich jeder Einzelne einen Plan für seine Gesundheit zurechtlegt“, erklärt McDonald. Jene, die gewisse Ziele erreichen, wie beispielsweise die Senkung des Blutdrucks oder für jene, die es schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören, werden belohnt, in dem ihnen der Selbstbehalt beim Arztbesuch halbiert wird.

Östereichweit Platz zwei bei Vorsorgeuntersuchungen

Für das Burgenland wurden für dieses Präventionsprogramm etwa 100.000 Euro bereitgestellt. „Im ersten Quartal haben bereits rund 48 Prozent mehr Versicherte eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen als im ersten Quartal 2011“, freut sich McDonald. Überhaupt lobt er die Präventionskultur der Burgenländer. „Das Burgenland liegt dabei österreichweit auf Platz zwei “, weiß McDonald.

Kritik gibt es am österreichischen Gesundheitssystem. Laut einer aktuellen IHS-Studie könnten wenigstens zwei Milliarden Euro eingespart werden, wenn Spitäler, Pflege und die niedergelassenen Ärzte mehr zusammenarbeiten würden. „Wir fordern hier verstärkte Kooperationen. Alleine mit Einkaufsgemeinschaften könnte schon viel gespart werden“, so McDonald.