Erstellt am 24. September 2012, 10:57

Berlakovich befürchtet Kürzung von Agrarausgaben. Landwirtschaftsminister Berlakovich hat sich am Montag vor Beginn des EU-Agrarrats entschieden gegen weitere Kürzungen der Agrarausgaben ausgesprochen.

"Dass die Landwirtschaft im Kommissionsvorschlag der einzige Bereich ist, wo gekürzt werden soll, ist nicht akzeptabel." Natürlich "muss man auf das Geld schauen, aber da müssen wir uns die Budgetbereiche anschauen, die laut Kommissionsplan mehr erhalten sollen. Dort muss man Geld einsparen. Die Landwirtschaft darf nicht weiter gekürzt werden, sonst kann es keine Ökologisierung geben. Ziel der Agrarreform ist es ja, dass europaweit die Landwirtschaft ökologisiert wird", betonte Berlakovich.

Was die im Kommissionsvorschlag enthaltenen Kriterien für benachteiligte Gebiete betrifft, sagte der Minister, Österreich sei "offen für die Abgrenzung. Aber die vorliegenden biophysikalischen Parameter sind zu diskutieren. Es muss jedenfalls eine Unterstützung benachteiligter schwieriger Regionen geben. Wir wollen nicht nur eine Landwirtschaft in günstigen Lagen, wo leicht produziert werden kann, sondern auch dort, wo es schwieriger ist". Deshalb sei hier eine "entsprechende Finanzierung notwendig", so Berlakovich.

Die EU-Agrarminister beraten über die geplante Reform der EU-Agrarpolitik. Im Zentrum steht eine Aussprache über die künftige Förderung "sonstiger benachteiligter Gebiete". Berggebiete fallen nicht darunter, sondern stellen eine eigene Kategorie dar.

Sogenannte "sonstige benachteiligte Gebiete" machen in Österreich 7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche aus, in der gesamten EU 35,5 Prozent. Diese Gebiete wurden im Jahr 2011 von der EU zusammen mit österreichischer Kofinanzierung mit insgesamt 15,76 Mio. Euro gefördert. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission sollen diese Gebiete durch acht Kriterien definiert sein, darunter niedrige Temperatur, Trockenheit, die Beschaffenheit des Bodens oder steile Hanglage.