Erstellt am 18. Januar 2013, 11:52

Berlakovich bei Grüner Woche in Berlin. Das große Thema bei der weltgrößten Landwirtschaftsmesse in Berlin, die am Freitag für Besucher öffnete, ist aus politischer Sicht der noch nicht feststehende Finanzrahmen der EU von 2014 bis 2020.

Aber vor allem die davon abhängende und ebenso noch ausstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit ihren Agrarzahlungen wird auf der der Grünen Woche thematisiert.

"Wenn das Budget für Österreich gekürzt würde, wäre das, wie wenn ein Trainer seinen besten Spieler beim Match nicht aufstellt", sagte Landwirtschaftsminister Berlakovich bei einer Pressekonferenz zum Start der Grünen Woche, zu deren Eröffnung auch die deutsche Kanzlerin Merkel für einen Rundgang erwartet wurde.

Der Minister forderte "ausreichend finanzielle Mittel für die GAP". Ziel bleibe eine gleich hohe Dotierung wie bisher. Das erscheint allerdings recht unrealistisch, war zuletzt doch mit einer - in den Worten des Kabinettchefs von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos "beunruhigend überproportionale Kürzung" - in der für Österreich besonders wichtigen zweiten Säule der Agrarzahlungen (Ländlichen Entwicklung) zu rechnen. Letztstand war, dass Österreich im Vergleich zur noch laufenden Finanzperiode in der Landwirtschaft eine halbe Milliarde Euro fehlen wird.

Darauf angesprochen sagte Berlakovich, "es handelt sich bei der Beibehaltung der bisherigen Zahlungen um die eindeutige gemeinsame Position der Bundesregierung, die auch Kanzler Faymann in den Verhandlungen vertritt". Die Erfolge des bisherigen Weges "sind da, wir müssen auch diesmal das Beste für Österreich herausholen und die Position hart vertreten - die Ländliche Entwicklung hat oberste Priorität". Ein EU-Gipfel Anfang Februar soll eine Einigung zum künftigen Finanzrahmen bringen.

Beim "Global Forum for Food and Agriculture" im Rahmen der Grünen Woche präsentiert Berlakovich "zwei Initiativen als österreichischen Beitrag für neue Impulse", wie er sagte. Dabei handelt es sich um das "Lebensmittelmodell als Denkanstoß" sowie die neue Initiative "Lebensmittel sind kostbar!" - denn alleine die Österreicher werfen jährlich 157.000 Tonnen Lebensmittel im Wert von 1,1 Mrd. Euro weg.