Erstellt am 05. Juli 2013, 12:11

Beruflicher Aufstieg wird schwieriger. Die Anzahl der Führungskräfte in Österreich ist in den letzten drei Jahren von rund 498.000 auf rund 413.000 gesunken, der Anteil der unselbstständig Beschäftigten mit einer leitenden Funktion liegt im Zeitraum 2012 bis 2013 bei elf Prozent.

 Das zeigt der aktuelle "Führungskräfte Monitor" der Arbeiterkammer Oberösterreich. Der Schluss daraus: Der berufliche Aufstieg werde immer schwieriger.

Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise würden die Unternehmen sparen, und zwar besonders bei Führungskräften. Noch stärker als bei den Männern ist der Anteil von Führungskräften bei den weiblichen Beschäftigten zurückgegangen, nämlich seit 2010 von 9 auf fünf Prozent. Das liegt auch an der Zunahme der Teilzeitarbeit - nur mehr vier Prozent aller Frauen, die in Teilzeit arbeiten, geben an, eine leitende Funktion in ihrem Unternehmen zu haben, unter Frauen in Vollzeit sind es noch neun Prozent.

34 Prozent der Beschäftigten, die in eine höhere Position wechseln wollen, arbeiten regelmäßig mehr als 40 Stunden pro Woche, 9 Prozent sogar 45 Stunden oder mehr. Doppelt so viele Vollzeitbeschäftigte wie Teilzeitkräfte sind Führungskräfte.

Ein großes Karriere-Hindernis sind auch Berufsunterbrechungen wegen Kinderbetreuung. In Österreich sei Wien bisher das einzige Bundesland, das eine Quote von 33 Prozent an Kinderbetreuungsplätzen für Unter-Dreijährige erfülle, kritisiert die AK.

Entscheidend für eine Führungsrolle ist vor allem die Bildung: Je höher das formale Bildungsniveau, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine leitende Funktion im Beruf hat. Migranten nützt Bildung aber nicht so viel: Nur neun Prozent aller Zuwanderer mit Studienabschluss, aber 24 Prozent aller höher qualifizierten Beschäftigten ohne Migrationshintergrund sind in einer leitenden Funktion.