Erstellt am 23. Dezember 2011, 10:50

Berufungsfrist in der Causa Libro beginnt. In der Causa Libro, in der heuer im Juni vier der fünf Angeklagten in erster Instanz verurteilt wurden, ist das Urteil nun abgefertigt worden.

Dies teilte der Sprecher des Landesgerichts Wiener Neustadt, Josef Glatz, auf APA-Anfrage am Freitag mit. Damit beginnt ab Zustellung die vierwöchige Berufungsfrist gegen das Urteil, die auf Antrag verlängert werden kann.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidiger der Verurteilten haben eine Berufung bzw. Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet, sagte Glatz weiter. Zuständig für die Berufung gegen die Strafhöhe sei das Oberlandesgericht (OLG) Wien, für die Nichtigkeitsbeschwerde der Oberste Gerichtshof (OGH).

Rund ein Jahrzehnt nach der Insolvenz der Buchhandelskette Libro wurde deren damalige Unternehmensführung in einem fünfmonatigen Strafprozess unter anderem wegen Untreue und Bilanzfälschung verurteilt. Ex-Libro-Chef Andre Rettberg fasste eine Zusatzstrafe von 3,5 Jahren aus, nachdem er bereits 2006 wegen versuchter betrügerischer Krida zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden war, davon acht Monate unbedingt. Damit muss Rettberg nun insgesamt für 4 Jahre und 2 Monate ins Gefängnis, sollte die Verurteilung zu 3,5 Jahren Haft rechtskräftig werden.

Allerdings konnte Rettberg bisher den Haftantritt vermeiden und beantragte eine Fußfessel. Diese wurde ihm von den Behörden nicht gewährt, sodass Rettberg schließlich zum Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof ging. Der Verfassungsgerichtshof hat die Behandlung der Beschwerde diese Woche abgelehnt, teilte eine Sprecherin am Freitag auf APA-Anfrage mit.

Neben Rettberg wurde heuer im Juni auch Ex-Finanzvorstand Johann Knöbl zu vier Jahren verurteilt, Ex-Libro-Aufsichtsratschef Kurt Stiassny und der Ex-Wirtschaftsprüfer der Handelskette, Bernhard Huppmann, zu je drei Jahren, davon ein Jahr unbedingt. Dagegen wurde der ehemalige Vize-Aufsichtsratschef und WU-Professor Christian Nowotny freigesprochen.