Erstellt am 10. September 2012, 12:51

BIG töchtert marktfähige Immobilien aus. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die die Liegenschaften der Republik verwaltet, gliedert ein Viertel ihres Immobilienbesitzes in eine Tochtergesellschaft aus, um das Geschäft flexibler zu machen und verstärkt nicht-staatliche Mieter als Kunden zu gewinnen.

Ausgegliedert werden alle marktfähigen Immobilien, also etwa Büros, die an Ministerien vermietet sind. Bildungsbauten wie Schulen und Universitäten fallen nicht darunter, wie Wirtschaftsminister Mitterlehner am Montag mitteilte: "Wir setzen künftig auf die aktive Bewirtschaftung dieses Vermögens anstatt es nur zu verwalten. Damit erhöhen wir den Wert des Bundes-Immobilienvermögens nachhaltig."

Die Umgründung kostet die ursprünglich steuerbefreite BIG freilich mit einem Schlag 200 Mio. Euro an Steuern und Sonderdividenden - dies ist nur etwas weniger als jener Betrag, den die BIG seit ihrer Entstehung an Dividenden ausgeschüttet hat. Darüber hinaus garantiert die Gesellschaft dem Bund eine jährliche Sonderausschüttung von 20 Mio. Euro. Die ausgegliederte Gesellschaft soll ARE Austrian Real Estate GmbH heißen und rund 1,8 Millionen Quadratmeter Nutzfläche in 600 Liegenschaften umfassen. In bestehende Mietverhältnisse wird nicht eingegriffen.

Auf Basis der konsequenten Trennung kann künftig eine Querfinanzierung etwa von Entwicklungsprojekten durch Schulen und Universitäten kategorisch ausgeschlossen werden, sagte Mitterlehner. Zwar sei ein Börsengang nicht unmittelbar geplant, "relevant ist aber, dass wir durch die Austöchterung verstärkt marktfit und börsefit werden." Eine Übertragung an die staatliche Beteiligungsholding ÖIAG wollte der Minister nicht grundsätzlich ausschließen - "wir sehen derzeit aber nicht, welchen Mehrwert ein solches Vorgehen bringen sollte."